Unsere und auch andere Kulturen werden untergehen
Unsere und auch andere Kulturen werden untergehen
Dem Schreibenden ist es sehr wohl bewusst, dass solche Aussagen unbeliebt sind, doch die Zeit des Schweigens ist vorbei.
Im Soge politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Verwerfungen ändern sich nicht nur die Kulturen, sondern auch die Gesellschaften. Doch das ist nicht das Einzige. Das Fatale ist der fehlende Zukunftssinn mit der dazu gehörenden Weitsichtigkeit, der uns die realen Zustände im Dunkeln nicht erkennen lässt.
Diese Feststellung kennt viele Gründe. Die Schuldenstaaten, die Finanzjongleure, aber auch die Finanzexperten - die uns immer erst nach einer Katastrophe ihr Nicht-Wissen als Wissen verkaufen wollen – und eine hedonistisch eingestellte Gesellschaft.
Der Wohlstand des Westens gegenüber dem Osten oder der Dritte-Welt-Länder besteht seit Anfang des 17. Jahrhunderts. Dieser Wohlstand ist vor allem auf Faktoren wie Wissenschaft, Medizin, Konsum (Handel), Eigentum und Arbeit zurückzuführen.
Doch heute stehen wir dort, wo das Osmanische Reich am Ende des 17. Jahrhunderts gestanden hat. Damals sperrte man sich gegen jeden Austausch von Informationen, verhinderte institutionelle Reformen, setzte die Religion des Koran als Absolut und erschöpfte sich in Intrigen zum alleinigen Zweck der Machterhaltung.
Diese und ähnliche Gründe sind es, die 2011 in vielen Staaten des Nahen Ostens den „Frühling der Befreiung“ erst haben entstehen lassen.
Die einzigen, die sich diesem Wertezerfall bis heute widersetzen konnten, sind die Chinesen. Seit über zwei Jahrzehnten hat sich China auf der Weltbühne einen festen Platz erarbeitet und sich somit in eine komfortable Position gebracht. Durch Fleiss, Disziplin und Leistungswille haben sie der einstigen Weltmacht Amerika die Limiten aufgezeigt.
Was bedeutet das für die Schweiz mit ihren verschiedenen Gesellschaften?
Es braucht Reformen - nicht nur unserer Verfassung, sondern eine Überarbeitung unserer Institutionen und der Kontrollinstanzen, die dem gemeinen Volk wieder mehr Mitsprache und Einsicht in die Tätigkeiten des Parlamentes und der Parlamentarier gibt. Es braucht neue Leitlinien, die für alle - und dies ohne Ausnahme - verbindlich sind. Ein Vergehen darf nicht mehr mit hundert verschiedenen Argumenten „erklärt“ werden, indem zwanzig Gutachter ihre Statements schreiben, nur um den Medienhaien zu gefallen und daraus finanziell zu profitieren.
Eine Grunderneuerung hat jedoch nur einen Sinn, wenn wir die Grundsatzfrage „Haben wir noch den Willen eine Nation zu sein" vom Volk positiv beantwortet wird.
Haben wir diesen Willen nicht mehr, dann ist die schweizerische Eidgenossenschaft ein Körper ohne Seele geworden, dann sind wir kulturell bereits gestorben und das nächste grosse Ereignis läutet uns auch politisch zu Grabe. Lebt aber dieser Wille noch in uns, dann schulden wir unserer acht Jahrhunderte umspannenden nationalen Geschichte, schulden wir dem Geiste unseres Bundesbriefes, schulden wir dem grossen Namen unserer Vergangenheit und den Gräbern unserer Mütter und Väter, sowie der Wiege unserer Kinder seine ernste Bestätigung. Nur wenn diese Grundsatzfrage bewusst und ehrlich befürwortet wird, könnte der Niedergang verhindert werden. Jeder Parlamentarier müsste sich, bevor er überhaupt gewählt werden kann, diesem Grundsatz verpflichten. Sollte er dagegen verstossen, kann er durch das Volk jederzeit wieder abgewählt werden.
Das Volk hat es in den Händen.



Kommentare
Ein selten guter Artikel. Nur leider hören die Menschen immer noch nicht darauf. Vielleicht ist es auch schon zu spät.
Schade das es in Deutschland nicht auch so einen Blog gibt.
Sie müssen diesen auch in Deutschland ausbauen.
Super!
Bezüglich der Schweiz ist es in der Tat erbärmlich, wie man die Erfolge der vergangenen Generationen vergisst, und sich vollkommen entgegengesetzt verhält. Wenn man nicht bald mal die Notbremse zieht, enstehen hier Entwicklungen, welche zur Zukunft nichts positives versprechen. Schon der Gedanke, diesem Moloch EU anzugehören sollte einem bei der derzeitigen aktuellen Situation eine gute Lehre sein.
Ich hoffe, es hat noch mehr Eidgenossen, welche sich auf die wirklichen Werte einer funktionierenden Gesellschaft besinnen und ähnliche Auffassungen haben, wie der geschätzte Schreiber des obigen Beitrags!