Eine vernünftige Schweizer Drogenpolitik? Qui bono?
Fast genau auf den Tag vor zehn Jahren wurde die Initiative “Für eine vernünftige Drogenpolitik“, besser bekannt als Droleg-Initiative massiv abgelehnt. Am 30. November kommt jetzt die Volksinitiative „Für eine vernünftige Hanfpolitik mit wirksamem Jugendschutz“ zur Abstimmung. Die Droleg Initiative forderte die Legalisierung von harten und weichen Drogen, die Hanf Initiative fordert die Legalisierung von Cannabis
Die Eidgenössische Kommission für Drogenfragen (EKDF) erstellte die Studie Cannabis 2008, ein Update zum Cannabisbericht 1999, Lagebeurteilung und Empfehlungen. Das Resultat ist erschreckend, aber nicht überraschend:
- Verharmlosung von Cannabiskonsum ist nicht gerechtfertigt, ebenso wenig wie bei anderen psychoaktiven Stoffen - Schädlichkeit für die Lunge ist erwiesen und ist 6mal höher als beim Zigarettenrauchen - der THC Gehalt ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen, auf 15-28% - Konsum hat sich auf hohem Niveau stabilisiert - Erfahrene Konsumierende rauchen offenbar weniger, vereinzelte Anzeichen sprechen für rückläufige Trends - Abhängigkeiten können zwar entstehen, sind aber nicht die Regel - gesundheitliche Risiken sind besser bekannt - Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und erhöhtem Risiko für psychische Erkrankungen ist mittlerweile belegt - Risikoreicher Konsum ist oft verbunden mit frühem Beginn. (heute kiffen schon Kinder, 11 und 12 Jährige) -
Es ist unverständlich, dass trotz dieser Erkenntnisse die EKDF zum Schluss kommt, dass Prävention und Therapie unter den Bedingungen eines streng regulierten Marktes wirkungsvoller wären, als unter den Bedingungen der aktuellen Prohibition!!
Cannabis war die Kultdroge der 68er Bewegung. Cannabis, eine psychoaktive Substanz mit starker „bewusstseinserweiternder“ Wirkung, ist das meist konsumierte Betäubungsmittel. Die typischen Persönlichkeitsveränderungen und die psychischen, körperlichen und sozialen Langzeitschäden sind bekannt, werden aber noch immer verharmlost. Heute wissen wir, dass bei Jugendlichen, die sich noch in der Pubertät befinden, die Wirkung von Cannabis völlig anders und wesentlich schädigender ist als bei Erwachsenen
In Zürich wird der hohe Anteil Hilfesuchender Erwachsener mit Cannabis bezogenen Störungen, kiffender Pensionäre, sowie die stetig wachsende Zahl alternder Drogensüchtiger zum Problem. Wie ein Oberarzt des Psychiatrisch-psychologischen Dienst der Stadt Zürich ironisch bemerkte: „Die 68er Generation kommt nun halt in die Jahre - aber das ambulante Therapie Programm Cannabis-Gruppe komme sehr gut an und muss bald erweitert werden“.
Beachtenswert ist, dass an der Jugendsession 2007 2/3 der Jugendlichen den Bundesrat aufforderten, auf die Legalisierung von Cannabis zu verzichten, vor ein paar Jahren wäre dies undenkbar gewesen. Die Legalisierung von Cannabis darf nicht mit Freiheit und Selbstver-antwortung begründet werden – ein fragwürdiges Argument.
Jeanne Hersch, die grosse Schweizer Philosophin sagte „Die Droge negiert die Menschenrechte, die Fähigkeit frei zu entscheiden; der Drogenkonsument verliert seine Freiheit und seine Fähigkeit Verantwortung für sich und andere zu übernehmen.
Die Hanf-Initiative ist weder vernünftig noch wegweisend und muss daher unbedingt abgelehnt werden.Dr. Olena Geissbühler



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