Rund 70 Personen haben am Donnerstagmittag vor der Redaktion der «Basler Zeitung» (BaZ) gegen eine angebliche Einflussnahme von Christoph Blocher protestiert.

An der Demo wurde in Voten und auf Transparenten eine Kolonialisierung der «BaZ» durch die SVP gebrandmarkt. Die JungsozialistInnen beider Basel schreiben in einem Flugblatt von «Fremdbestimmung der BaZ durch reiche Vögte aus Zürich und dem Tessin»; die SVP-nahen Kommentare des neuen Chefredaktors Markus Somm schadeten dem Ruf des Blatts.
Die Protestaktion bei feuchtkaltem Wetter behinderte den Tram- und Strassenverkehr am Aeschenplatz zeitweise leicht. Autos wurden deswegen vorübergehend lokal umgeleitet. Ordnungskräfte mit und ohne Uniform markierten Präsenz.

Politiker wird aktiv
Der Wirbel um die wahren Eigentumsverhältnisse bei der Basler Zeitung sollen sich laut «Online Reports» nun auch auf die politische Ebene verlagern. Der neue Basler SP-Nationalrat Beat Jens wolle dazu in der bevorstehenden Dezembersession eine parlamentarische Initiative einreichen. Ziel sei es, dass die Schweizer Medienunternehmen verpflichtet werden sollen, ihre wirklichen Eigentumsverhältnisse gegenüber dem Publikum offenzulegen. (20min)


Kommentar Politlog


Nicht umsonst hat die SP an ihrem vergangenen Parteitag dem Kapitalismus den Kampf angesagt. Dass nun aber die freie Marktwirtschaft auf diese Art und Weise angegriffen wird, ist neue und gehört zu den kriminellen und gewalttätigen Zügen der Jusos.
Demonstrationen sind ein Recht, das jeder ausüben kann. Wenn aber eine Belegschaft, in diesem Fall die Redaktoren der BaZ, gegen die Geschäftsleitung und gegen die Eigentümer demonstrieren, erscheint dies doch als bedenklich. Nicht nur aus berufsethischen Gründen, sondern weil diese Demonstration gegen den eigenen Arbeitgeber gerichtet ist, somit nicht nur Geschäftsschädigend sondern auch im grossen Stil unprofessionell ist.
Man könnte sich auch fragen, wie fähig die Redakteure oder eben unfähig die BaZ- Redakteure sind, wenn sie eine rein geschäftsinterne  Angelegenheit öffentlich machen und dazu   noch eine bestellte Demonstration veranstalten. Als Arbeitgeber müsste man auf solche Mitarbeiter verzichten.
Im Weiteren hätten ja alle diese Schreier die Möglichkeit die BaZ zu kaufen, doch dann müsste man arbeiten und wäre nicht mehr nur Lohnempfänger. Dazu braucht es jedoch mehr als ein paar schöne Gedanken

 Im Übrigen sei darauf hingeweisen, dass die BZ in Bern auch hätte gerettet werden sollen. Über dreissig tausend Unterschriften wurden gesammelt, ein unfähiges Konzept erarbeitet, um dann von der linken Tamedia-Gruppe geschluckt zu werden.  

 

w. ostermeier