Hildebrand – Blocher - Weltwoche und viele Möchtegern-Rechtswissenschaftler
Hildebrand – Blocher - Weltwoche und viele Möchtegern-Rechtswissenschaftler
Was der Schweizer Bevölkerung im Moment von Herrn NR Blocher, der SRG, der Köppel-Weltwoche und vielen aus ihren Löchern kriechenden Rechtsgutachtern und Rechtswissenschaftlern zugemutet wird, ist reiner Zynismus.
Nonstop berichtet vor allem die SRG. Sie bringt uns täglich einen neuen Gutachter, der sich geehrt fühlt für die Tagesschau irgendein unqualifiziertes minutenlanges Statement von sich zu geben, ohne eigentlich etwas Nennenswertes gesagt zu haben.
Auch die Politik schaltet sich ein. NR Darbelley gibt im Skianzug aus einem Hotel eine Lagebeurteilung und fordert Hildebrand dazu auf, Transparenz zu schaffen und den Politikern die volle Wahrheit zu vermitteln, um so das Vertrauen wiederherzustellen.
Herr Darbelley spricht von Wahrheit und Vertrauenschaffen. Er, der zu einem der grössten Wahrheitsverächter im Parlament gehört. Ein Politiker und mit ihm viele andere aus seiner Partei, von denen ich mich frage, weshalb sie den Rechtsstaat Schweiz so verachten.
Zu Herrn Blocher sei gesagt, er möge sich doch bitte daran erinnern, dass auch seine Partei zu den Verlierern der letzten Wahlen gehört. Folglich ist eigentlich davon auszugehen, dass er Besseres zu tun hätte (z.B. einem schleichenden EU-Beitritt entgegenzuwirken), als einen privaten Feldzug gegen Herrn Hildebrand zu inszenieren.
Herr Köppel von der Weltwoche hat bis heute nicht gemerkt, dass er nur solange bestehen bleibt, solange er das schreibt, was man von ihm verlangt. Sollte Herr Blocher ihn eines Tages fallen lassen, fällt auch die Weltwoche in einen tiefen dunklen Graben. Weinen werden dann darüber nicht viele, aber sich freuen schon. Es wird nicht lange gehen, bis die Weltwoche und Herr Köppel wieder einmal in Erklärungsnot kommen werden.
Für den 40-jährigen Herrn Lei, SVP-Grossrat im Kanton Thurgau, gilt dasselbe, wie für Herrn Köppel. Die vermeintliche Heldentat zu Gunsten von Herrn Blocher mag ihm für kurze Augenblicke das Gefühl aller Gefühle geben. Dass er aber schon nach kurzer Zeit von Herrn Blocher vergessen wird und ihm die eisige Schattenseite des Lebens ins Gesicht bläst, hat er völlig ausser Acht gelassen. Seine Anwaltskanzlei in Weinfelden (TG) lobt die Vertrauenswürdigkeit ihrer Arbeit, den Beweis hat er hiermit gerade mitgeliefert.
Soll Herr Hildebrand zurück treten? Viele Politiker haben dies gefordert, wenn auch nicht direkt, aber doch mit viel Schadenfreude im Gesicht. Die Medien und die bekannten Intimfeinde haben aus allen Rohren auf Herrn Hildebrand und auf die Nationalbank geschossen. Seit Tagen und 24 Stunden pro Tag.
In Europa wird man sich fragen, hat die Schweiz, aber vor allem das Schweizer Parlament, keine anderen Sorgen?
Doch, hätten sie, aber lieber wälzen sie eine Lawine von Problemen seit Jahren vor sich her und beschäftigen sich schon wieder mit den nächsten Wahlen, anstatt wie sie dazu verpflichtet wären, dem Land und Volk zu dienen.
Herr Hildebrand soll und muss nicht zurücktreten, für Rücktritte wären andere viel geeigneter.
Letztendlich wird uns wieder einmal Folgendes bestätigt:
Scheinheiligkeit: Wenn sich die Politik mit ihren Eigeninteressen in eine abgeschlossene Untersuchung einmischt ohne dafür nur die kleinste Befähigung dazu zu haben und dann je nachdem wie der Wind bläst ihr Meinung sofort wieder ändern. Genau die sind es, die gerne von moralisch-ethischen Faktoren sprechen und selber diese Worte kaum schreiben können, geschweige nach diesen Faktoren leben.
Sensationslust: Wenn sich Medien spekulativ über eine Sache äussern und absichtlich falsche Ansichten verbreiten und diese mit Professoren zu bestätigen versuchen.
Überheblichkeit: Wenn sich Politiker mit gestohlenen Unterlagen oder Insiderwissen als Volksvertreter ausgeben und weiterhin nicht an sich zweifeln.
Fehlende Moral: Wenn niemand dieses verachtende Spiel stoppt, dafür hätte es Mut gebraucht und es wäre vielleicht nicht so populär gewesen, das Volk aber hätte es dem Mutigen nicht vergessen.



Kommentare
Es ist geradezu erschreckend, wer und wie man sich
hier positioniert.
Die "redaktionwo" hat definitiv Recht,
es gibt weitaus wichtigere Themen u. Aufgaben
die zu bewältigen wären...
Herr Blocher, im Hintergrund, ist altersmässig der Ewigkeit näher als diesen irdischen Rachegelüsten und der weltlicher Macht. Die SVP möge eine Hetzjagd gegen Frau Widmer Schlumpf, die schweizweit verehrt wird und eine ausgezeichnete Arbeit leistet, unterlassen.
Die ordinären Artikel der Weltwoche stossen bestimmt nicht in weiten Kreisen auf Anklang. Wenn Herr Hildebrand in diesem Blatt als „geschniegel“ - meines Erachtens hat er Niveau - bezeichnet wird, wäre es bestimmt positiv zu werten, wenn das Blatt sich einer etwas „geschniegelteren“Ausdrucksweise bediente, anstatt des ordinären Tones. Das Schweizer Volk versteht auch Presseauszüge, die mit Niveau geschrieben sind, eben „geschniegelte“.