Blocher betätigte sich als Whistleblower und hinterlässt viele offene Fragen.

 

Bereits am 23.12.2011 hat der Politlog in einem Artikel darauf hingewiesen, dass es sich diesmal bei diesem Gerücht weder um den Blick noch um die Weltwoche handeln kann, da die Angelegenheit ganz einfach eine Nummer zu gross war für diese beiden Zeitungen. Es konnte sich also nur um einen Intimfeind von Herrn Hildebrand handeln.

Dass es sich nun um Herrn Blocher handelt, erstaunt eigentlich nicht, führt er doch seit Monaten einen öffentlichen Streit gegen Herrn Hildebrand. Auch wie er zu den Unterlagen kam, ist nicht verwunderlich, hat er doch in alle wichtigen Kreise der Wirtschaft sehr weitreichende Beziehungen. Legal oder nicht ist hier nicht die Frage.

Eine ganz andere Frage stellt sich jedoch: Wie sehr hat Herr Blocher mit seinem Privatkrieg gegen Herrn Hildebrand seiner Partei vor den Wahlen geschadet?

Sie fragen sich jetzt vielleicht, wie er der der Partei geschadet haben könnte?

Herr Blocher hat vor den Nationalratswahlen vom 23.10.2011 und vor den Bundesratswahlen vom 14.12.2011 Frau Calmy-Rey  über die Banktransfers auf den Konten der Familie Hildebrand informiert. Damit hat er einen sehr grossen Fehler gemacht, indem er sich Frau Calmy-Rey ausgeliefert hat. Hätte Frau Calmy-Rey diese Angelegenheit vor den beiden publik gemacht, hätte dies Herrn Blocher und seiner Partei sicher noch einen grösseren Schaden angerichtet.

Man kann auch davon ausgehen, dass Frau Calmy-Rey von Herrn Blocher Nationalrat Zuppiger als Wunschkandidat verlangt hat, da dieser sehr labil und SP-freundlich war. Auch hätte dies für die CVP oder für die SP, die Change gegeben, das Präsidentenamt des SGV zu übernehmen oder eine ihr nahestehende Persönlichkeit einzubringen.

Den Rest der Geschichte kennen wir. Herr Zuppiger wurde von Herrn Blocher wie ein Wild abgeschossen. Ohne Rührung, alles  nach seinem Notfahrplan, der jetzt zum Tragen kam. Jeder muss doch gespürt haben, dass bei der SVP irgendetwas aus dem Ruder gelaufen ist. Etwas, was nur Herr Blocher hätte retten können. Doch seine Hände waren von seinem politischen Feind, der SP, gebunden.

Es ist fatal zuzusehen, wie jemand aus rein privaten Gründen die Nerven und die Weitsicht so sehr verlieren kann.

Sein Neid könnte nun sein eigenes Lebenswerke zerstören.