04. November 2010
Steuergerechtigkeitsinitiative – Armeeabschaffung – EU-Beitritt
Eine Partei sieht Rot
Über das letzte Wochenende war das Medium Schweizer Fernsehen damit beschäftigt, mit „faulen Schlagzeilen“ betreffend der SP den Zuschauer zu belästigen.
Damit nicht genug, auch mindestens sieben Beiträge über den Parteitag der SP wurden auf dem Internetforum des sf.tv geschaltet.
Dazu einen Auszug diverser Delegierten-Beschlüsse des SP-Parteitags
SP verpasst sich ein neues Parteiprogramm
Das neue Parteiprogramm der SP ist am Parteitag in Lausanne heftig diskutiert worden. Dabei ist die Partei auf die Programmrevision eingetreten. Auch die Wahlen 2011 standen im Zentrum der Diskussionen. Präsident Christian Levrat sagte: «Wenn wir zwei Sitze im Bundesrat behalten wollen, müssen wir die Wahlen gewinnen. Und wir werden sie gewinnen.»
Über 1000 Stellungnahmen und Anträge waren zum Parteiprogramm eingegangen. Christian Levrat betonte, es sei den Mitgliedern und Sektionen wichtig, sich regelmässig mit den eigenen Wurzeln zu befassen.
Auch Bundesrätin Micheline Calmy-Rey betonte die Notwendigkeit einer starken SP – gerade auch im Bundesrat: «Wir dürfen nicht aufgeben. Es braucht unsere Partei als Gegengewicht zur Economiesuisse. Wir sind es, welche die Interessen der Mehrheit der Bevölkerung vertreten.
Nach Ansicht von Parteichef Levrat kann die SP mit Bundesrätin Sommaruga an der Spitze des Polizeidepartements unterstreichen, dass Sicherheit ein Recht sei. In seiner Eröffnungsrede ging Christian Levrat auf die neugewählte SP-Bundesrätin Simonetta Sommaruga ein. Sommaruga stehe im Polizeidepartement vor keiner einfachen Aufgabe. Aber vielleicht sei dies eine Chance.
Die Politik der Bürgerlichen an der Spitze des Polizeidepartementes habe auf der ganzen Linie versagt, sagte Levrat weiter. Es sei den Bürgerlichen nicht gelungen, die Bevölkerung von den Resultaten ihrer Kriminalitätspolitik zu überzeugen. So renne man nun gefährlichen Initiativen hinterher, die nicht umsetzbar seien.
Was Levrat sonst auch noch sagte: Auch ein Krimineller habe das Recht auf ein individuelles Verfahren. Das gültige Gesetz müsse klar angewandt.
SP-Delegierte auf EU-Kurs
EU-Beitritt: Eine Mehrheit der SP-Delegierten sieht mehr Vor- als Nachteile.
Bestrebungen die Position der SP gegenüber Europa vorsichtiger zu formulieren, hatten bei den Delegierten keine Chance. Ebenfalls chancenlos blieb der Antrag, den unverzüglichen Beitritt ins Programm aufzunehmen.
Deutlicher Röstigraben in der SP
Mehrere Redner aus der Westschweiz mahnten zu mehr Zurückhaltung. Wenn die SP die Position der Arbeitnehmer verteidigen wolle, müsse sie gegenüber Europa sehr kritisch sein. «Unser Ziel ist der EU-Beitritt. Verhandlungen sind für uns eine Selbstverständlichkeit», sagte eine Delegierte. Nur wer als Vollmitglied dabei sei, könne mitgestalten. Der bilaterale Weg werde immer schwieriger und in einer Sackgasse münden
SP will die Armee abschaffen
Die SP Delegierten haben ebenfalls beschlossen, die Abschaffung der Armee in ihr neues Programm aufzunehmen. Die Armee sei unnötig und teuer und habe keine Funktion mehr, hiess es am Parteitag in Lausanne. Mehrere Bundesparlamentarier warnten vergeblich davor, dass die SP in militärpolitischen Debatten ihre Glaubwürdigkeit verlieren würde, sollte sie die Abschaffung der Armee ins Programm aufnehmen.
Die SP ist gespalten - Kraftprobe in der SP: Daniel Jositsch führt das Ja-Komitte an.
Ein Teil der SP-Fraktion will alles auf die Karte Gegenvorschlag zur Ausschaffungsinitiative setzen. Dies gegen den Willen der offiziellen SP-Linie. Der Gegenvorschlag sei «das Gegengift zur SVP-Initiative». «Wir alle handeln aus der Verantwortung heraus, die Ausschaffungsinitiative zu verhindern und ihr gleichzeitig eine rechtsstaatliche Alternative gegenüberzustellen». Der Gegenvorschlag stelle eine Harmonisierung dar und eine Bestätigung der aktuellen Praxis.
Es ist die Fortsetzung des Dilemmas, in dem sich die SP-Fraktion schon in den eidgenössischen Räten befand: Dem Gegenvorschlag verhalfen einige ihrer Mitglieder im Parlament nur darum zum Durchbruch, damit sie dem Volk die populäre Ausschaffungsinitiative nicht ohne Alternative präsentieren mussten.
«SP mit Schritt in die Vergangenheit» Ansichten eines sf.tv Politologen
Die SP will rasche Beitrittsverhandlungen mit der EU und die Abschaffung der Armee. Zudem hat sie die Forderung nach der «Überwindung des Kapitalismus» wieder ihr Parteiprogramm aufgenommen.
Levrat dementiert Parteikrise
Nach dem SP-Parteitag vom vergangenen Wochenende herrscht in den Reihen der Sozialdemokraten Konfusion. Das doppelte Nein zur Ausschaffungsinitiative und dem Gegenvorschlag spaltet die Partei. Zusätzlich führen der stramme Europakurs und die Abschaffung der Armee zu Grabenkämpfen. Doch Parteipräsident Christian Levrat will von all dem nichts wissen.
Kommentar Politlog
Calmy-Rey – unkollegial, kalt und gefährlich
Was sich Frau Calmy-Rey am SP-Parteitag mit ihren Aussagen erlaubte ist dümmlich und kalte Berechnung. Sie behauptet, die bürgerlichen Mitteparteien hätten bei der Departementsverteilung das Konkordanzsystem zu ihren Gunsten instrumentalisiert und damit die SP marginalisiert behauptet sie unverhohlen. Sie ermahnt ihre Genossen wachsam zu bleiben.
Wenn Arm und Reich im selben Boot sitzen und nicht in die gleiche Richtung rudern, dann trägt das Boot den Namen SP-Schweiz
Heute beschäftigt sich die SP nur mit sich selbst, indem sie anstatt Fakten ihre oft krankhaften Meinungen verteidigen.
Sie stehen mitten in einem Dilemma. Ihre Wähler sind nicht mehr die einfachen Arbeiter sondern, die gut verdienende Classe Politique. Sie wollen Steuergerechtigkeit und eine weitere Volksinitiative für gerechte Löhne. Mit ihren Wählern aus der hohen Gehaltsklasse ist dies jedoch nicht möglich.
Die SP und CVP schimpften zwar heftig gegen die BDP und Frau Widmer-Schlumpf, doch gerade das ist gefährlich und lässt viele zu früh frohlocken. Grundsätzlich passt die BDP zur SP, sonst wäre es nicht möglich gewesen, jahrelang in einer Partei zu sein, dann aus dieser Partei auszutreten, eine neue Partei zu gründen, und dann etwas zu vertreten, das nie ihn ihren Köpfen stand.
Wir wissen heute nicht, was die Linke mit Frau Widmer-Schlumpf alles schon wieder in Vorbereitung hat, denn für die SP sind die beiden Departemente viel besser als sie uns glauben machen wollen. Einen Freund im Finanzdepartement und im Justizdepartement zu wissen ist nicht schlecht. Was die Departementsverteilung angeht, läuft alles rund für die SP. Für einen EU-Beitritt und um die Armee abzuschaffen braucht es diese beiden Departemente. Die bürgerlichen Parteien schlafen selbstgefällig. Zum Glück gibt es noch das Volk. Doch wie lange schläft es noch?
Was sich die SP in den letzten Tagen auf den Wagen geladen hat, ist nur schwer verdaulich.
Die 68er haben sich wieder durchgesetzt. Für unseren Rechtsstaat eine überaus gefährliche Situation. Die Armee abzuschaffen verstösst gegen unsere Verfassung und gegen die Menschenrechte.
Herr Jositsch müsste dies eigentlich wissen. Ein ganzes Volk der Willkür des Feindes - auch wenn wir ihn heute noch nicht kennen - oder dem Terrorismus auszusetzen, ist ein Verbrechen.
Volksentscheide und die direkte Demokratie werden mit Gesetzeslücken oder mit dem Völkerrecht bekämpft und als ungültig erklärt. Völkerrechte, über das noch nie ein Volk entscheiden konnte. Was internationale Völkerrechtler und weltfremde Leute in Strassburg meinen, dürfte die meisten Schweizer wenig interessieren.
Levrat und die SP stehen im Regen
Levrat gescheitert, nicht nur persönlich sondern auch mit seinem parteipolitischen Programm.
Wer die Verfassung eines Landes ständig mit Besserwisserei anstatt mit Fakten aushebeln will, wird eines Tages nicht mehr ernst genommen.
Beispiele wie das Urteil gegen den Kampf der Pädophilie lässt viele Fragen offen.
Niemand, auch keine Bundesrichter oder Rechtswissenschaftler, ist gefeit dagegen.
Das Phänomen „Steuergerechtigkeits-Initiative“
Am 28. November 2010 stimmt das Schweizervolk über die Steuergerechtigkeits-Initiative ab. Eine Initiative der SP und doch wurde diese Initiative am Parteitag überhaupt nicht erwähnt. Auch die bürgerlichen Parteien reden nicht darüber. Fast könnte man meinen, dass ein Fluch auf dieser Initiative lastet. Die Initiative ist gefährlich, denn der, der sie öffentlich ablehnt wird als Kapitalist gebrandmarkt und dies könnte nächstes Jahr Stimmen kosten. Schlaue SP oder dummes Volk? Am 28. November werden wir es wissen.
Walter Ostermeier