Swisscom: Zwischen staatlichem Fordern und unternehmerischem Handeln
von Nationalrat Peter Weigelt, FDP St.Gallen
Eigentumsstruktur der Swisscom hat keine Perspektive
Nimmt man diese Erkenntnis als Massstab für die Frage, ob die Swisscom ganz privatisiert werden soll oder nicht, so liegt die Antwort auf der Hand. Nur eine vollständig privatisierte Swisscom ist in der Lage, den anstehenden Herausforderungen des globalen Marktes und den technologischen Herausforderungen einer kommunikativen Zukunft erfolgreich entgegen zu treten. Diese Erkenntnis führt andererseits aber auch zum Schluss, dass bei einem Verzicht auf eine vollständige Privatisierung wohl konsequenter Weise eine Rückführung in eine zu 100 Prozent vom Staat beherrschte Unternehmung sachgerecht wäre.
Wenn wir akzeptieren, dass die Risikofähigkeit eines im Wettbewerb stehenden, börsenkotierten Konzerns sich inkompatibel zur Risikofähigkeit der öffentlichen Hand verhält, so wird klar, dass die aktuelle Eigentumsstruktur der Swisscom keine Perspektive hat. Zu gross sind die strategischen Widersprüche zwischen staatlichem Fordern und unternehmerischem Handeln.
Ja zu einer wettbewerbsfähigen KommunikationsinfrastrukturDer Entscheid heisst also nicht, ob und wann der Bund seine Aktien verkauft, sondern vielmehr gilt es zu entscheiden, ob wir die Zukunft der Swisscom als privates Unternehmen im internationalen Wettbewerb sehen oder ob die Swisscom wieder unter die Obhut der öffentlichen Hand zurückgeführt werden soll. Um diese Fragestellung kommen wir, wenn wir ehrlich sind, nicht herum. Denn mit Halbheiten oder zögerlicher Hinhaltetaktik schaden wir dem Unternehmen bereits kurzfristig massiv.
Für mich persönlich ist die Entscheidung klar: wenn wir in der Schweiz weiterhin auf eine wettbewerbsfähige Kommunikationsinfrastruktur bauen wollen, sind wir auf eine dynamische und innovative Swisscom angewiesen. Und diese Qualitäten sind unter dem Diktat öffentlich-rechtlicher Risikominimierung langfristig nicht zu gewährleisten.


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