Afghanistan-General McChrystal von Obama entlassen


US-Präsident Barack Obama entlässt seinen Oberbefehlshaber für Afghanistan, Stanley McChrystal. Dies, nachdem sich McChrystal in einem Interview abfällig über die US-Strategie in Afghanistan geäussert hatte. Obama bestreitet aber, dass dies der Grund der Entlassung sei.


Obama «bereut» den Entscheid seines Afghanistan-Generals, bezeichnete diesen aber als den «richtigen Schritt». Nachfolger soll General David Petraeus werden.

Laut der «New York Times» war Stanley McChrystal bereits mit einer vorbereiteten Rücktrittserklärung zu US-Präsident Barak Obama gegangen. Hintergrund der Unterredung sind kritische Aussagen von McChrystal im Musik-Magazin «Rolling Stone» über Obama und seine Regierung.

McChrystal hatte sich nach Bekanntwerden des Artikels umgehend entschuldigt. «Das war ein Fehler, der nicht hätte passieren dürfen», erklärte der 55-Jährige.

Im Musikmagazin «Rolling Stone» vom kommenden Freitag werden die fahrlässigen Zitate von Afghanistan General Mc Chrystal über Obama wiedergegeben. Unter anderem wird McChrystal mit der Aussage zitiert, der Präsident habe beim ersten Zweier-Treffen nicht sonderlich engagiert gewirkt - und das bei der Begegnung «mit dem Mann, der Obamas „Scheisskrieg“ leiten wird».

«Es ist nur ein Artikel»

Auch der höchste im US-Militär, Admiral Mike Mullen, vermittelte McChrystal bei einem Telefonat seine «tiefe Enttäuschung».

Ein Sprecher der Nato konstatierte in Brüssel lakonisch: «Der Artikel im «Rolling Stone» ist bedauerlich, aber es ist nur ein Artikel.» Der General hat sich inzwischen entschuldigt, seine Zitate jedoch nicht dementiert. Der afghanische Präsident Hamid Karsai hat hat sich ebenfalls zu der Entlassung von McChrystal geäussert. Er respektiere den Entscheid Obamas, so Karsai. Zuvor hatte man in Afghanistan kritische Stimmen gehört. Eine Entlassung McChrystals sei nicht förderlich für den Friedensprozess im Land. (agenturen/fasc/fs)


Kommentar


Diese Entscheidung dürfte die Niederlage für die USA und ihre Verbündeten in Afghanistan nur noch beschleunigen. Obama zeigt mit dieser Absetzung einmal mehr grossen Schwächen.

Fakt ist, dass heute im US-Militär niemand die Fähigkeiten hat einen solchen Krieg zu gewinnen geschweige ihn zu beenden.

Was in hunderten von Jahren in diesem Land nicht möglich war, nämlich es zu besiegen schaffen erst recht nicht die USA mit seinen Alliierten. Solche Kriege sind nicht zu gewinnen, dies hätten die US in den letzten 60 Jahren lernen müssen. Solche schmutzigen Kriege gewinnt man mit dem Herzen und nicht mit schmutzigem Geld. Die Soldaten sind überfordert und für einen solchen Krieg nicht ausgebildet geschweige denn gewillt im Niemandsland sein Leben zu lassen.

Was diese Kriege immer Hinterlassen sehen wir im Irak. Zerstörung, menschliches Elend  und Hass. Keine Infrastrukturen die dem Land eine Chance auf ein würdiges Leben geben würden. Söldner und andere Kriminelle die im Auftrag der verschiedenen Clans durch die Städte ziehen um die Not leidenden Menschen für ihre Zwecke gefügig zu machen. Auch die Hilfsorganisationen haben versagt. Sie sind oft dort wenn sie nicht eigentlich gebraucht werden. Solange sie Medienpräsenz bekommen lohnt es sich für sie. Danach sind keine Lorbeeren mehr zu holen.

Eine andere Frage die sich mir stellt, ist die, was wäre, wenn der Entscheid in umgekehrter Form ausgesprochen worden wäre, ein Weisser Präsident setzt einen Farbigen General ab, würde man da gar von Rassismus sprechen. Dieser Krieg wird Obama weiter schwächen und der Weltwirtschaft weitere schwere Schäden zufügen. Einmal mehr wird aufgezeigt, dass Obama kein Messias ist den er so gerne wäre.


Einen General setzt man wegen einer solcher Lapalie nicht einfach ab. Da steckt mehr dahinter.

 

Walter Ostermeier



Neujahrsgedanken 2010

Neujahrsgedanken 2010 - Winterkrieg - Russland 1941/42

Erzählt von Rudolf Bereiter, 1919 - 2004, bis 1950 in russischer Gefangenschaft, Aufgenommen und bearbeitet von Walter Ostermeier



Vom Sich-Finden des Menschen


Jeder Mensch wird nach einem Krieg ein anderer sein. So z.B. der russische Mensch. Er ist durch den Zweiten Weltkrieg ein anderer geworden, als er zuvor war. Der Krieg eröffnete ihm die „Chance“, sich von oktroyiertem Menschenidol zu befreien.

Notgedrungen hat erstens Stalin einen unmarxistischen Anstoss dazu gegeben, indem er am 3. Juli 1941 den „vaterländischen'' Krieg ausrief und damit ungewollt der Vaterlandsliebe eine grössere Kraft zutraute als der kommunistischen Ideologie einer „Internationale''. Das Klassenkampfmotiv wurde zu Papier. Der russische Mensch erlebte sich wieder als Russen mit Heimatliebe und Vaterlandsliebe.

Der zweite Durchbruch russischen Selbstverständnisses war schon vorher am 22. Juni 1941 von der russisch orthodoxen Kirche ausgelöst worden. Sie erklärt, dass „das Vaterland einen jeden zur Tat ruft'' und die Kirche das Volk „zur Verteidigung der Wahrheit und des Vaterlandes'' verpflichtet. So die Metropoliten Sergius von Moskau und Alexius von Leningrad. Als dann in den von Deutschen besetzten Gebieten allerorte kirchliches Leben aufblühte, sah auch Stalin sich genötigt, der Kirche einige Lockerungen zuzugestehen. Die für die Bevölkerung nichts mehr sagende Ideologie des Marxismus vertrocknete und die russische Seele konnte sich wieder an der Botschaft des Evangeliums nähren. Gewiss wurden nicht alle Russen aus Atheisten plötzlich zu Christen, aber viele latente Christen wagten sich wieder hervor. Aus einer verschwindenden Minderheit wurde eine beachtenswerte Bekennergemeinde, die bei Kriegsende nahezu 25% der russischen Bevölkerung betrug und später durch die kommunistischen Machthaber wieder stark beeinträchtigt wurde.

Dadurch wurde auch ein dritter Durchbruch russischen Seelenlebens ausgelöst. Anstelle einer Motivation zum Klassenkampf kam das Motiv der Nächstenliebe wieder auf. Es erwachte die alte russische Barmherzigkeit und Warmherzigkeit. Schliesslich stellte sich viertens als Frucht christlicher Frömmigkeit bei vielen Russen die besondere russische Leidensbereitschaft wieder ein. Für sie ist alles irdische Leiden mit der Unvollkommenheit alles irdischen Wesens, auch der Menschen, untrennbar verbunden und zugleich ein Lichtzeichen auf eine andere als diese irdische Welt, auf das Reich des Herrn. Niemand hätte dieses vorauszusagen gewagt. Menschliches Planen zweier Diktatoren zur Weltherrschaft ohne Religion schmolz dahin wie der Schnee im Frühling.

Friede unter Europas Völkern

Vom Beginn des Mittelalters (4. bis 5. Jahrhundert) bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs hatten europäische Völker – trotz Erbes aus antikem Humanismus und trotz christlichen Liebesgebote – mehr als anderthalb Jahrtausende einander mit Kriegen überzogen. Diese Kriege waren lange Zeit hindurch aus dem Machtstreben von Fürsten geboren, dann nach der Französischen Revolution von nationalistischer Selbstüberhebung der Völker.

Damit sollte der Zweite Weltkrieg aufgeräumt haben. Aus antikommunistischer Haltung den russischen Menschen moralisch abzuqualifizieren ist ebenso ungerecht, wie aus antinationalsozialistischer Haltung den deutschen Menschen moralisch abzuqualifizieren. Anstelle des über die Menschen beider Seiten auch heute noch oft ausgegossenen Hasses und selbstgerechten Hochmuts hätten diese Menschen wohl eine gerechtere Würdigkeit verdient, nämlich Mitleid mit Menschen, die in Friedens- wie in Kriegszeiten mit furchtbaren Leiden an Körper, Geist und Seele gequält waren. Diese Würdigkeit wäre auch dem schweizerischen Volk und deren Aktivdienstlern während des Zweiten Weltkrieges zu gestanden.

Russische und deutsche Menschen haben heute kaum mehr Hass aufeinander. Wo immer sie sich begegnen, bringen sie Verständnis füreinander auf, weil sie wissen, dass zwei Diktaturen aus Machterweiterungs- bzw. Machterhaltens-Motiven die Völker gegeneinander getrieben haben. Gerade die Kriegsteilnehmer von damals verstehen sich in nahezu kameradschaftlicher Selbstverständlichkeit. In Rückerinnerung freuen sie sich – bei allem Nichtvergessen - jetzt dem Feind und Leidensgefährten von ehedem unbefangen und vorurteilslos zu begegnen. Die Schablone Feind ist weggefallen.

Als der Zweite Weltkrieg sein Ende gefunden hatte, waren die ersten Gedanken der Menschen in der Gefangenschaft: Jetzt endlich, nach solch apokalyptischen Geschehen, kann es in Europa keinen Krieg mehr geben. Diese Einsicht war damals wohl in den meisten Menschen der Kriegsgeneration herangereift: In Europa kein Krieg mehr! Friede macht aus Europas Völkern eine Gemeinschaft.

Darin liegt wohl die eigentliche Frucht des Sterbens so vieler Menschen: die Völker Europas haben die Einsicht gewonnen, dass dieser von christlichem Geist geprägte Kulturkontinent keinen Krieg mehr unter seinen Völkern aufkommen lassen darf. Wie es mit anderen Kontinenten mit einer andere Geschichte und Religion stehen mag, ist damit jedoch nicht beantwortet.

Es hat lange gedauert, bis die Völker Europas so einsichtig wurden. So tief sitzt das Böse im Menschen, das es so vieler Millionen an Menschenopfern bedurfte, um die Einsicht zur Willensbildung werden zu lassen: Wir sollten keinen Kriege mehr führen gegeneinander. Dann war der Tod der Gefallenen ein Opfertod. Sie sind nicht umsonst gefallen. Zweimal wurde ganz Europa von einem wilden Völkerhass überschwemmt, bis sich solche Erkenntnis durchsetzte. Es war ein hoher Preis, für menschliches Ermessen ein allzu hoher.


Was ist der Mensch?

Er ist wie eine Blume auf dem Felde: Wenn der Wind darüber weht, so ist sie nicht mehr da. Millionen sind dem Sturm von Habgier, Hass und Rache auf Europas Feldern erlegen. Ihre Gräber sind verweht. Ihr Leben blieb unvollendet. Wozu haben sie gelebt? Um Material für Machtstreben von Diktatoren zu sein? Wie lange wird es dauern, bis sie vergessen sind? Was ist ein Menschenleben wert? Der Kriegssturm ist über Massen von Menschen dahingebraust. Bleibt die Erkenntnis von der Vergänglichkeit des Menschen.

 

 

Der Mensch im Widerspruch

Jeder ist anders, keiner kennt sich selber richtig. Der Mensch ist ein Widerspuch in sich selbst. Ein Wesen, das mit einem Wort und Begriff nicht zu fassen ist. Er ist grausam und barmherzig in einer Person. Der Mensch kann einen anderen Menschen töten, er kann ihn verschonen, er kann ihn beschützen. In seinem Selbsterhaltungstrieb wie in seinem Egoismus kann er über Leichen gehen, in Selbstlosigkeit und Mitempfinden kann er sich für andere opfern.


Der Mensch – ein Rätsel

Der Mensch ist sich selbst ein Rätsel. Er versucht, sein Wesen denkend zu erkennen. Er hat das Bedürfnis, sich selbst zu verstehen in seiner Widersprüchlichkeit, er will sich definieren können, findet aber keine ausreichende Antwort. Alles nur Stückwerk, gefangen in einer für ihn illusorischen Welt.


Der Mensch - mit Kraft zum Bösen

Was für ein merkwürdiges Wesen ist der Mensch? Da will er Frieden und macht Krieg. Auch beim Einsetzen seiner menschlichen Fähigkeiten für Frieden schafft er Unrecht, sät er Böses, gerade dann, wenn er es nicht will. Weil der Mensch strebt, zu „sein wie Gott'' und von sich aus selbst zu bestimmen, ,,was gut und böse ist'', hat er keinen absoluten Massstab mehr für sein Handeln. Was er heute für gut hält, kann er morgen verwerfen; was er morgen für gut hält, kann er übermorgen verwerfen. Der Zeitgeist bestimmt ihn, wenn er nicht Gottes Willen über sich anerkennt. Der daraus resultierende Wertezerfall lässt dann jegliches Handeln zu.


Und heute?

Heute finden wir sie wieder, die Machtbesessenen im Hause der Europäischen Gemeinschaft, in Amerika, China oder Russland. Sie wollen die Macht über alle Völker. Sie wollen über alles bestimmen, doch sie nennen es nicht Macht, sie nennen es Globalisierung, sie nennen es nicht Krieg sondern Kampf gegen den Terrorismus. Dass es jedoch diese Machtbesessenheit ist, die die heutigen Kriege auslöst, will niemand zur Kenntnis nehmen.

Sie wollen bestimmen, wo welche Kuh wie viel Milch geben darf. Wo welche Pflanzen angebaut werden dürfen. Wo welche Grippe auszubrechen hat. Wo wie viele Menschen aus anderen Ländern und Kulturen aufgenommen werden müssen. Welches Land man auf irgend eine schwarze Liste setzt.

Welchem Land man den den globalisierten Krieg erklärt. Welche Art kultureller Gesellschaft erlaubt ist. Kriege wie sie die Welt erlebt hat wird es nicht mehr geben. Doch die Multikulti- Gesellschaften werden vergehen und mit ihr der Friede unter den Völkern Europas, die sich diesen einst so sehr gewünscht hatten.

 

 

Politlog - Rückblick 2009

Politlog – Rückblick 2009         1.  Teil




Obama – ein Mann der grossen Worte und Hoffnungen


Obama der neue amerikanische Präsident redet viel und gerne. Zu den Einflüsteren seiner Reden gehört vor allem seine Frau und das ist gefährlich - nicht nur für die Welt sondern auch für Obama persönlich. Mit seinen Reden nährt er weltweit Hoffnungen nicht nur in Europa sondern vor allem in Afrika. Für Afrika ist er ein Star, einer, der die Welt von der weissen Vorherrschaft befreien könnte.

Bereits vergessen ist der Niedergang Amerikas als wirtschaftliche Weltmacht und diese Situation wird auch Obama mit all seinem Optimismus nicht mehr ändern können. China könnte mit einer anderen Regierung bereits heute die Wirtschaftsmacht Nummer eins sein und hätte auch die Möglichkeit die amerikanische und europäischen Wirtschaft in noch viel grössere Bedrängnis zu bringen.

Obama mit Bush zu vergleichen wäre sicher falsch, nur eines ist klar: Obama polarisiert die Meinung, weil die USA immer noch überzeugt ist eine Weltmacht zu sein.


Obamas Krieg in Afghanistan


Die UNO zieht ihre Truppen aus Afghanistan zurück um sie an einen sichereren Ort zu bringen.

Als Antwort darauf sendet Obama weitere dreissig tausend Soldaten nach Afghanistan in der naiven Hoffnung diesen Krieg doch noch gewinnen zu können um dann als grosser Befreier gekrönt zu werden. Amerika hat seit dem Zeiten Weltkriege keinen Krieg mehr gewonnen. Weder in Korea, Vietnam noch im Irak. Was sie hinterlassen, ist Schutt und Hass. Ihre arrogante Art Krieg zu führen erklärt, weshalb ihre Feinde, z.B. die Taliban, der Iran oder die Palästinenser, so grossen Zulauf von freiwilligen Kämpfern haben. Bedenklich stimmt aber auch, dass die USA andere Staaten dazu nötigen ebenfalls Soldaten nach Afghanistan zu senden, um Kriegsverbrechen und Niederlagen nicht alleine tragen zu müssen. Das Desaster und die vernichtende Niederlage in Afghanistan liegt nicht in weiter Ferne und wäre für China und Russland nicht nur eine stille Genugtuung sondern ein weiterer irreparabler Gesichtsverlust Amerikas sowie auch für die Nato und der UNO.

Auch die Folgen des unvermeidlichen Rückzuges werden nicht nur am Hindukusch sondern für die ganze Welt fatale Folgen haben.


Das vermeintliche Weihnachtsgeschenk des US-Senat an Obama


Nach wochenlanger Debatte zur geplanten Gesundheitsreform hat der US-Senat mit dem knappest möglichen Resultat dem Gesetzesentwurf zu gestimmt.

Die Reform soll mehr als 30 Millionen Amerikaner, die bis heute keine Krankenversicherung hatten – und das in der Grossmacht USA – eine gesetzlich verankerte Krankenversicherung bringen. Die Reform könnte sich jedoch leicht als Pyrrhus-Sieg erweisen.


Obams's Naiver Opportunismus


Etwas weniger Show und Opportunismus, dafür mehr Unterstatement und Wahrhaftigkeit würden der Politik Obamas sicher nicht schlecht anstehen. Ein Scheitern seiner Politik der „Hoffnung“ könnte nicht nur für ihn persönlich sondern für viele Länder und Millionen Menschen seiner Kultur angehörend ein jähes Ende bereiten.



Walter Ostermeier



Frohe Festtage

Liebe Leserinnen und Leser



Unsere Redaktion wünscht Ihnen und Ihren Familien ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Start in das Neue Jahr 2010.


Vielen Dank für Ihre Treue und Ihr Interesse an unserem Politlog 2009.


Die Redaktion

Bundesrätin Widmer-Schlumpf in Erklärungsnot


Gute Frau Bundesrätin Widmer-Schlumpf, Ihre Aussage „Die Ausländer- Zahlen steigen nicht wegen mir“ in einem Interview vom 23. Mai 2009 tönt mehr als hilflos und ist reine Selbstverteidigung zu Ihren Gunsten. Es fehlt jede Überzeugung und Sachlichkeit. Wie soll Sie das Volk ernst nehmen und Ihnen trauen, mit Aussagen, dass mit der Ventilklausel und der damit verbundenen Beschränkung der Zuwanderung die Nachteile grösser wären als die Vorteile. Es brauche weitere qualifizierte Arbeitskräfte aus dem EU-Raum. Die Zuwanderung für das Jahr geben Sie mit 40'000 bis 50'000 an, obwohl diese Zahlen bereits heute überschritten sind.

Weshalb erklären Sie dem Schweizer Volk nicht ganz offen, was Sie von ihm halten? Dass es für den heutigen Wirtschaftsstandard, den sich die EU auferlegt hat, nicht mehr genügt? Dass die Schweizer zu wenig gut ausgebildet sind, nicht erstaunlich wenn es heute Schulklassen gibt in denen nur noch 10 – 20% der Schüler Deutsch sprechen? Dass die Schweizer nicht mehr arbeiten wollen? Weshalb täglich Dutzende Schweizer entlassen und durch sogenannte qualifizierte Arbeitskräfte aus Europa ersetzt werden?

Wie erklären Sie dem Schweizer Volk, weshalb Sie willkürlich ihre engsten Mitarbeiter Herrn Gnesa und Betschart entlassen haben? Waren die auch ungenügend qualifiziert? Ist die Art und Weise, wie Sie mit langjährigen Mitarbeitern und Menschen umgehen nicht diskriminierend? Wie erklären Sie einem Schweizer, dem gekündigt wird, dass Zugewanderte, selbst wenn diese nur drei Monate in der Schweiz gearbeitet haben, 5 lange Jahre Arbeitslosengelder oder Sozialhilfegelder und Kindergeld beziehen können? Wie rechtfertigen Sie Löhne von 200'000 Franken und mehr von tausenden Professoren, die an Universitäten Forschungen betreiben – deren Resultate oft mehr als fragwürdig sind – oder Staatsangestellten, die in der ganzen Welt herum reisen und alles auf Kosten des Steuerzahlers, um Studien anzufertigen die nie gebraucht werden? Könnten Sie als Bundesrätin nicht ein Zeichen setzen und Löhne von Professoren oder Staatsangestellten die über 150'000 Franken erhalten – verdienen wäre etwas vermessen – 10 bis 12% in einen Solidaritätsfond einzahlen um damit sozial Schwächeren zu helfen? Ist es nicht beschämend, dass in einer Zeit, in der täglich Menschen ihre Arbeit verlieren, die Partei-Fraktionen (die SVP ausgeschlossen) um mehr Geld feilschen, 50'000 pro Fraktion und zusätzlich die Pro-Kopf-Subvention (pro Parlamentarier) um 10'000 auf 27'500 Franken zu erhöhen, mit der lapidaren Erklärung, die Bundeskasse werde damit nur um 3 Millionen belastet?! Und zu guter Letzt, erklären Sie bitte dem Volk die Aussage Ihrer Gesinnungsgenossin Ada Marra, die sie am Donnerstag zu einer Motion an den Bundesrat betreffend Sprachkenntnisse zur Einbürgerung gemacht hat: Dass dann auf Grund von Lese- und Schreibschwächen mindestens 400'000 Schweizer und Schweizerinnen ausgebürgert werden müssten. Arroganz pur.

Walter Ostermeier




 

Welche gemeinsame Ursache haben Harmos und das neue Waffengesetz?

 

Leserbrief





Beide sind das Resultat unserer schon sehr lange praktizieren antiautoritären Erziehung in Schule und Elternhaus. Ohne natürliche, echte Autorität ausstrahlende Vorbilder kann unsere Gesellschaft nicht funktionieren, dann steht auch der auf eine „Gesetzesautorität“ angewiesene Rechtsstaat in Gefahr. Wir brauchen keine Harmos Bildungsreform sondern wir brauchen dringend eine Erziehungsreform nach dem einstigen Vorbild von Heinrich Pestalozzi. Dann bräuchten wir auch kein neues Waffengesetz. Es muss nun endlich einmal der Begriff „Autorität“ analisiert werden. Es gab einst in Schule und Elternhaus die preußische Befehlsautorität die ohne wenn und aber, aller etablierten Respektspersonen eigen war. Dieser Zustand war damals der berechtigte Auslöser der antiautoritären Bewegung. Diese ist über das Ziel hinausgeschossen und hat übersehen, dass es zwischen einer Gesellschaft mit preußischer und einer ohne Autorität, im Interesse des Fortbestandes unserer abendländischen Kultur auch noch eine natürliche und echte, mit Fleiß erworbene Autorität geben kann und geben muss! Jugendliche brauchen und wünschen sich auch, eine sie beschützend begleitende Autoritätsperson deren Ja ein Ja und deren Nein ein Nein ist und deren Beurteilungen eine dauerhafte verlässliche Gültigkeit haben. Gewünscht werden Vorbilder die klare Grenzen aufzeigen, bei deren Überschreiten die Konsequenzen bekannt sind und wenn einmal nötig, ohne nachtragende Folgen auch durchgesetzt werden. Die sehr unterschiedlichen, beängstigenden Vorkommnisse lassen befürchten, dass sich die jegliche Autorität ablehnenden Menschen schon bald an der Brutpflege der Tiere ein Vorbild nehmen müssen. Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr, oder vielleicht nach-holend mit einem exorbitanten Aufwand.

 

Peter Baumgartner-Jost, Langenthal

 

Stellungnahme zum Artikel "Obamamania

Dieser Artiekl wurde von Herr R. Amsler gefunden und uns zugestellt 

 

Sehr geehrter Herr Ostermeier


Diesen Artikel, von Ihnen geschrieben am 16. März 2007, habe ich im im Googel unter der Rubrik „Iraknews.cc gefunden als ich über Amerika im Irak nach Informationen suchte. Es ist schon sehr erstaunlich, wie sehr Ihr Artikel zutrifft. Meine aller höchste Hochachtung!


Das Ende der Weltmacht Amerika


Die unabwendbare Niederlage im Irak-Krieg und der Niedergang als Wirtschaftsweltmacht

Nicht erst jetzt muss Bush realisiert haben, dass er in seiner achtjährigen Amtszeit, in der er als wichtigster Politiker der freien Welt fungierte, fast alles falsch gemacht hat. Seine einstigen Getreuen – Rumsfeld, Jay M. Garner, CIA Direktor Tenet, Cheney und nicht zuletzt Aussenministerin Rice sind Opfer geworden oder werden es noch werden. Der Krieg im Irak war lange bevor er begonnen hatte verloren, weil er jeglichen militärischen Grundsätzen entbehrt hat. Schon Clausewitz soll gesagt haben, man kenne von jedem Krieg den Anfang, aber nie sein Ende. Eine bittere Wahrheit und sehr zutreffend für den Krieg im Irak und in Afghanistan. Mit welcher Naivität und Überheblichkeit Amerika den Krieg gegen den Irak angefangen hat, war mehr als fahrlässig. Die Doktrin, den Gegner mit schweren Bomben zu vernichten und nachträglich die Bodentruppen einmarschieren zu lassen, hat längst ausgedient. Sie ist nicht mehr anwendbar, da sich Kriege nicht mehr auf dem Schlachtfeld sondern in den Agglomerationen der Zivilbevölkerung abspielt. Einmal mehr hat sich die US-Kriegsführung überschätzt und den Gegner unterschätzt. Auch viele Militärstrategen im In- und Ausland, einschliesslich der pro-amerikanischen Zeitungen, haben vor Kriegsbeginn im März 2003 von der enormen militärischen Übermacht und von einem raschen Ende des Krieges geschrieben. Die Prognostiker sind von 15 Kampftagen und ein bis zwei Jahren zur Errichtung einer neuen demokratischen Staatsordnung ausgegangen. Weit gefehlt wie sich heraus stellte und zu einem Vergleich mit den zwei letzten Kriegsjahren in Vietnam fehlt nicht viel.

Eines haben alle übersehen und wollten es nicht wahr haben, nämlich und was nur G. W. Bush wissen konnte, dass er schon beim Antritt seiner Amtszeit ein Versager war und dass alles, was er war und hatte nicht seinen persönlichen Leistungen zuzuschreiben ist.


Was sind jedoch die Hauptgründe, die zum Ende der militärischen und wirtschaftlichen Vorherrschaft Amerikas führen?

Menschenrechte und Kultur

Kein westliches und freies Land hat die Menschenrechte in den letzten vierzig Jahren so oft und schwer verletzt wie die USA. Die Allianz zwischen Europa und Amerika hat durch die Eigenmächtigkeit der USA zu stark gelitten und wird nie wieder dieselbe sein. Amerika ist nicht lernfähig. Es hat nie gelernt, sich mit den Kulturen fremder Länder auseinanderzusetzen und versucht, diese zu verstehen. Es hat nie gelernt dem Schwächeren Respekt entgegen zu bringen anstatt nur mit den militärischen Muskeln zu spielen. Dies zeigt sich einmal mehr an den Beispielen Afghanistan und Irak. Um in einem Fremden Land militärisch Erfolg zu haben, braucht man den Rückhalt der Bevölkerung. Diesen Rückhalt haben die Amerikaner weder von den Schiiten noch von den Sunniten und schon gar nicht von den afghanischen Guerilleros. In den streng moslemischen Städten tasten amerikanische Soldaten immer wieder und in aller Öffentlichkeit irakische Frauen nach Waffen ab. Ein unverzeihlicher Fehler. Dass die Schiiten trotz ihrer Überzahl am Ende des Krieges ebenfalls als Verlierer dastehen werden, ist durchaus denkbar. Die Schiiten wollen auf keinen Fall mit den Sunniten zusammenarbeiten, da in der sunnitischen Front zu viele Anhänger Saddam Husseins kämpfen. Die Abneigung der Schiiten gegen die Sunniten geht tiefer als muslimische Gemeinsamkeit.


Dem Irak fehlt ein starker Mann, der mit „Gewalt“ die auseinander strebenden Kräfte unterdrückt und wieder Ruhe und Ordnung herstellen könnte. Ein zweiter Saddam Hussein - nur weniger blutig.


Alles auf Lügen aufgebaut.

Vieles im Leben von G. W. Bush ist auf Lügen aufgebaut.

Er ist ein Blender und neigt zu Grössenwahn und Selbstüberschätzung. Wo das hinführt, wissen wir aus der Geschichte. Dass der Crash der Twin Towers vom 11.09.2001 nicht nur von Bin Laden geboren wurde, gilt wohl als Tatsache. Er kann bestenfalls als Geburtshelfer angesehen werden. Nicht umsonst hat Bush mit allen Mitteln Al Gore im November 2000 niedergerungen. Der Coup für den 11.09.2001 war damals schon so weit fortgeschritten, dass es für Bush und den CIA gar keine andere Möglichkeit mehr gab als Bush zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika zu küren.

Den Crash vom 11.09.2001 der Achse des Bösen anzulasten war zu einfach, war gut genug für den Mann von der Strasse. Die Behauptung mit den selbst kreierten Beweisen, dass Saddam Hussein C-Waffen besitze, wurde vom CIA dilettantisch vorbereitet. Solche Beweiskonstruktionen, die der US-Geheimdienst über alles liebt, waren bis vor zwanzig Jahren noch möglich. Doch heute, im Zeitalter der totalen Überwachung, in der jede geschriebene Zeile und jeder gesprochene Satz aufgezeichnet werden kann, sind solche Inszenierungen weniger leicht glaubwürdig zu verkaufen. Auch die CIA-internen Loyalitäten haben sich mit dem Computer-Zeitalter verändert und sind teilweise überhaupt nicht mehr vorhanden.

Das Versprechen eines besseren Lebens nach dem Sturz Saddam Husseins, das die Amerikaner der irakischen Bevölkerung gegeben haben, hat sich mit den Rauchschwaden der Bomben in Luft aufgelöst.

Die Lüge, keine Kriegsgefangenenlager zu halten und keine Kriegsgefangenen zu misshandeln hätte für jedes andere Land vor dem Menschenrechtsgerichtshof in Den Haag geendet. Der Mythos, von fast allen Zeitungen in der Welt als das grosse Kriegsdrama verbreitet, zerbrach als sich das vermeintliche Schicksal von Jessica Lynch, dass sie im Irak gefangen und gefoltert wurde, als gut aufgesetzte Lüge entpuppte.

Die militärische und wirtschaftliche Selbstüberschätzung

Die Zahlen bis Februar 2007

Über 4000 gefallene amerikanische Soldaten

Über 2000 gefallene befreundete Soldaten – Engländer, Polen, Italiener, Japaner, Südafrikaner, um nur einige Länder zu nennen

Über 16'000 Schwerverletzte und über 27'000 leicht verletzte amerikanische Soldaten

Über 40'000 irakische gefallene Soldaten in den ersten drei Kriegswochen.

Über 700'000 Tote in der irakischen Zivilbevölkerung inklusive irakische Polizisten und über 1,5 Millionen Verwundete.

Der Krieg im Irak hat die Amerikaner bis heute 360 Milliarden US-Dollar gekostet und dürfte bis zum vollständigen Abzug weitere 300 Milliarden kosten - eine Summe, die die amerikanische Volkswirtschaft nicht verkraften wird und sie von einem Gläubigerstaat zu einem Schuldnerstaat werden lässt.

Die Amerikaner haben den Krieg im Irak und auch den in Afghanistan verloren.

Die amerikanische Heeresführung ist überfordert, die Soldaten sind in einer schlechten psychischen und physischen Verfassung. Die Zersetzung der Truppen ist seit langem zu beobachten. Ein Wiederaufbau ist kläglich gescheitert, vor allem weil ein Plan für den Wiederaufbau von Anfang an fehlte. Der Irak-Sondergesandte Zalmay Khalilzad und der Beauftragte des Staatsdepartements Rayn Crocker sowie der US-Verwalter Bremer alle sind gescheitert, mussten scheitern mit diesen Voraussetzungen.

Am 10. April 2003 haben die Medien in aller Welt verkündet - „Plötzlicher Zusammenbruch des Regimes in Bagdad“ - Jubel in Amerika und in den westlichen Staaten.


Was war jedoch der Grund für diesen vermeintlichen Zusammenbruch?

Was hat sich in den ersten drei Kriegswochen wirklich abgespielt? Saddam Hussein hat gewusst, dass er den amerikanischen Bombardierungen nicht standhalten konnte, dass er bei einer Weiterführung des Kampfes das Risiko eingehen würde, sämtliche Truppen seiner Nationalgarde zu verlieren. Er lässt seine Truppen in den Untergrund gehen und organisiert von dort aus den Kleinkrieg gegen die Amerikaner und Engländer und gleichzeitig gegen die Schiiten.

So werden wir Zeugen des Zerfalls der einst stärksten militärischen Grossmacht.

Im Dezember 2003 wird „Er“, Saddam Hussein verhaftet, später verurteilt und im Dezember 2006 hingerichtet. Die letzte grosse Lüge im Spiel von G. W. Bush, jedoch mit fatalen Folgen für die gesamte Nahost-Region. Die USA werden den Irak als geschlagene und gedemütigte Armee verlassen müssen, ohne nur im Entferntesten einen kleinen Teil ihrer Ziele erreicht zu haben.

Sie hinterlassen ein zerstörtes Land und eine Bevölkerung, in der es keine Rechtsordnung mehr gibt sondern Anarchie.

Der grosse Nutzniesser wird die zerstört geglaubte Baath-Partei sein mit „Ihm“ -einem Saddam Hussein.

Der neue Präsident der USA, der im November 2008 gewählt werden wird,  - wahrscheinlich Obama - wird dann viel zu richten haben.

R. Amsler, Holzikon

 

2008 - Ein Jahr, das immer schneller und verwirrender wurde




Die Globalisierung macht es möglich - immer mehr Menschenströme, immer mehr
geheime Mächte und immer mehr Unverständnis des einfachen Bürgers.

An das Jahr 2008 wird man sich noch lange erinnern und es wird noch viel
brauchen, die Ereignisse einzuordnen und zu verstehen, was alles passiert ist in
den letzten zwölf Monaten:
Der Aufstand in Tibet, das schwere Erdbeben in China mit zehntausenden von
Toten und auch in Burma, mit fatalen Folgen für die Bevölkerung, da die
burmesische Junta die Tragödie herunter spielte und internationale Hilfe
lange Zeit verweigerte. Die fast zu perfekten Olympischen Spiele der neuen
Weltmacht China, der gigantische Summen verschlingende Wahlkampf in den USA
mit der Premiere eines farbigen Präsidenten.
Ein Krieg zwischen Russland und Georgien mit nur Verlierern, die schwerste
flächendeckende Finanzkrise seit den dreissiger Jahren, die Terroranschläge
von Mumbai.
Das irische Nein zum EU-Verfassungsvertrag verkommt ob all diesen
Geschehnissen zur einer Randnotiz. Doch was ist anders, als bei den
historischen Augenblicken vom 11. September 2001 oder beim Irakkrieg 2003, die als lautere Explosionen auf unserem Planteten wahrzunehmen waren?
Es ist der emotionale Hindernislauf, das enorme Tempo der Stimmungs- und
Schauplatzwechsel zwischen Wall Street und dem Kaukasus, Crashangst und
Arbeitsplatzverlust, Bankencrash und Politik. An solche Ereignisse mit
ständig wechselnden Schauplätzen werden wir uns erst gewöhnen müssen. Es ist
eine neue Art von Weltgeschichte. Immer mehr Menschen, deren Wanderungen
gezielt gefördert werden, mehr Mächte im Guten und Bösen, mehr
Möglichkeiten, sich bemerkbar zu machen, mitzureden und zu stören.
Zum ersten Mal in der Geschichte, abgesehen von der 68-er Zeit, ist praktisch
die ganze Welt politisch aktiv. Ein Phänomen des globalen Erwachens.
Afro-Amerikaner, die mit ihrer Stimme Barack Obama zum ersten farbigen
Präsidenten der USA machen. Auch muslimische Fanatiker oder andere
gewalttätige Gruppen sind Teil dieser neuen Form des globalen Erwachens, dem
Kampf um die weltweite Aufmerksamkeit. Gleichzeitig ist es aber auch ein
Protest der Länder und der Kulturen gegen die unüberblickbare
Globalisierung.

Als 1999 die „G 20" Gruppe Industrie- und Schwellenländer von den Vereinigten Staaten bis Indonesien
zusammen brachte, stellte dies ein Eingeständnis der Reichen und Mächtigen von gestern dar, dass sie die Welt nicht mehr beherrschen können.
Ausgerechnet diese bunte, Nord und Süd umfassende Runde, die lange nur ein
Schattendasein führte, ist zur obersten Instanz in der Debatte über die
Weltfinanzkrise geworden und das hat Folgen. Die früheren Entwicklungsländer
werden sich ihren frisch eroberten Platz am Tisch der Grossen nicht mehr
nehmen lassen, wenn es demnächst um Handel oder Armutsbekämpfung geht.

Mit der Finanzkrise hat die Dominanz der USA nach dem Scheitern von Bushs
Weltmachtpolitik einen zweiten vernichtenden Schlag erlitten und damit ihre
Stellung als dominante Grossmacht verloren. Auch die zweite einstige Grossmacht,
Russland, die zuerst die Finanzkrise als amerikanisches Sünde darstellte,
steht auf der  Verliererseite.
Die Moskauer Börse wurde geschlossen und Putin mit seinen Oligarchen
erlitten Milliardeneinbussen, die sie an den Rand des Konkurses brachten.

Auch die vom Westen gefürchteten Ölländer wie Iran oder Venezuela sehen ihre
Staatseinnahmen durch den Einbruch der Energiepreise schwinden.

Die in den letzten Jahren aufgestellte These, dass moderne Diktaturen wie
die chinesische für die Zukunft besser gerüstet sein könnten als die träge
gewordenen liberalen Demokratien, hat sich als falsch erwiesen. Chinas
Regime  kämpft mehr den je mit der Angst, dass das Volk mehr Freiheiten
will, was das Regime logischerweise nicht erfüllen kann.

Die vergangen Jahre unter George W. Bush waren Jahre der Spaltungen und der
Polarisierungen. Obama verspricht nun Abkühlung und Gemeinsamkeiten.
Die Geste dazu soll nicht die geballte Faust sondern die geöffnete Hand
sein. Es gibt eine globale Sehnsucht nach Kooperation, in tiefster Not
greift die Welt nach einem Geld verschlingenden Mittel, das heisst,
Tagungen und Gipfelkonferenzen über Klima, Finanzmarktregulierung oder
Investitionsprogramme, zerstreiten sich  dabei wie immer und können trotzdem
vom Miteinanderreden nicht lassen.

Und die Schweiz? Ist sie fähig, aus all diesen Turbulenzen zu lernen und
findet sie endlich zurück zur Politik des Füreinander und nicht
Gegeneinander? Wir brauchen uns nicht zu verstecken. Was unsere Vorfahren

geschaffen haben, sollten wir imstande sein zu erhalten.
Die Zukunft wird es uns zeigen.

 

W. Ostermeier

Stellungnahme zum Artikel vom 06.10.2008

Antwort zu  „Die Abrechnung wird folgen“ vom 06.10.2008

An den anonymen Schreiber „Rico“

Mit Interesse habe ich Ihre Anregungen zu meinem Artikel „Die Abrechnung wird folgen“ zur Kenntnis genommen.
Als erstes möchte ich festhalten, dass ich grundsätzlich nie Stellung zu meinen Artikeln nehme. Nicht aus Feigheit, sondern zum Schutz meiner langjährigen und weltweit verstreuten Informanten und gleichzeitig, weil es mich zeitlich schlicht überfordern würde.

Als Ausnahme werde ich versuchen, Ihre Anregungen und Gedanken zu beantworten.

Fremdenfeindlich kann ich nicht sein, sonst würde unsere Familienunternehmung nicht mehr als 30 Arbeiter in Südafrika und Namibia beschäftigen. Anstatt Fremdenfeindlichkeit  spüre ich in meinem eigenen Land eine Schweizerfeindlichkeit, die sehr befremdet.

Lassen sie es mich so erklären:

Die selbsternannten Anständigen und Retter unserer Gesellschaft

Der Film - sprich die Tagesschau mit ihren Kommentatoren, die Zeitungen angeführt vom Blick, vom Informations- und Intelligenzwert im Zustand wie unsere Banken, dann z.B. die Bernerzeitung, der Tagesanzeiger  usw. - läuft immer nach dem selben Muster ab. Mal sind es die Banker, mal die Manager, dann sind es die tatsächlichen oder vermeintlich rechtsgesinnte Menschen, gegen die, was immer sie sagen oder wie immer sie sich ausdrücken ein „Aufstand der Anständigen“ formiert wird. Alles was politisch nicht als antikapitalistisch, ökologisch, multikulturell oder sonst dem klassischen Themenspektrum alternativer, linksautonomer bis fundamentalökologischer Weltsicht entspricht, wird als faschistisch oder zumindest als rechts etikettiert. Dabei werden nicht selten über jeden Verdacht erhabene bürgerliche Parteien oder deren Anhänger in die braune Ecke gedrängt. Die angeblichen Wahrer der zwischenmenschlichen Toleranz lassen nichts unversucht, jede von ihnen als rechts eingestufte Meinung oder Veranstaltung zu verhindern. „Schweizerfeindlich“. Vom „mutigen“ Gemeindepräsidenten bis zum vermummten Steinewerfer eint die angeblichen Demokraten nur eines, nämlich die Anliegen der von ihnen als rechts etikettierten Sprecher oder Gruppen zu verhindern. Zur Strafbarkeit von Sitzblockaden und Gewalttätigkeiten gibt es keine ausdifferenzierte Rechtssprechung des Bundesgerichtes; die Strafbarkeiten von Handlungen wie Steinewerfen, schwere Sachbeschädigung oder mit Eisenstangen zu schlagen bedarf wohl keiner weiteren Begründung. Wo sind die Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft gegen diese Art von untolerierbarer Gewalt?

Realitätsverlust

Realitätsverlust


Die Mobilisation der Massen durch die Fussball-Europameisterschaft könnte eindrücklicher nicht sein.
Viele Länder zeigen wieder Patriotismus, Länder in denen der Patriotismus fast verpönt oder von den Medien als alter Zopf verschrien wurde.

Dieser überschwängliche Zustand, den wir zur Zeit erleben hat jedoch nicht nur Sonnenseiten.
Die Sonne wird nur für den Sieger scheinen, den Verlierer holt die nackte Realität nur all zu schnell
wieder in den oft frustrierenden Alttag zurück.

Und dieser sieht nicht nur nach Sonnenschein aus. Wir beschmutzen alles - wir sind voller Neid - man redet von Heuschreckenplage ohne zu wissen, was dies in Wirklichkeit bedeutet - die Vernichtung fast allen Lebens.
Wenn ein Bankmanager zwanzig Millionen verdient wird er verteufelt ohne jedoch zu hinterfragen,
was diese Person an Sozial- und Steuerabgaben leistet, von dem wiederum der Staat und somit auch der Bürger profitiert.
Über die Verantwortung, die er gegenüber den Mitangestellten trägt, spricht niemand.

Wenn für einen Fussballer wie Buffon, De Rossi oder Van Nistelrooy weit über 40 Millionen Fr.  bezahlt wird, schreien Millionen von Menschen Hurra. Wenn die selben Spieler zwischen
8 und 12 Millionen Fr. steuerfrei im Jahr verdienen, schreien alle Hurra - hurra. Die Rechnung zwischen dem Bankmanager und dem Spieler ist schnell gemacht. Der Spieler, wenn überhaupt, hat nur für seine 22 Mitspieler Mitverantwortung der Bankmanager jedoch für 1000 oder gar 20‘000 Mitarbeiter. Das ist Realitätsverlust.

Doch das interessiert im Moment kaum jemanden. Zu sehr sind die Menschen im EM-Fieber versunken. Zu sehr wird im Moment Patriotismus gelebt. Den Patriotismus, den die 68-Generation
unter Mithilfe der Medien und Intellektueller mit Füssen getreten hat. Ganze Kulturen und Völker wurden dadurch diffamiert. Heute ist Patriotismus wieder Mode geworden und die, die den Patriotismus damals mit Füssen getreten haben, wollen nun damit noch verdienen.

Selbst die, die das Volk gegen die Heuschrecken aufhetzen, sonnen sich im Licht dieser fussballerischen Ekstase, da sind solche Zahlen nur noch Nebensächlichkeiten. Hauptsache, das Volk realisiert es nicht, welche brutalen Elemente wie Gewalt, Doping, Korruption bis in die höchsten Regierungsebenen oder die unsoziale Vergoldung von Spielern in diesem Sport vorhanden sind. Fragen sie die Menschen aus dem Volk, ob er sich vorstellen kann, dass allein zwei Mannschaften  an der Fussball-EM fast eine Milliarde Franken Wert sein sollen?
Erschreckend der Realitätsverlust unserer Gesellschaft.

W. Ostermeier 

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