Frohe Festtage und einen guten Start in das Jahr 2013



Unseren treuen Leserinnen und Lesern

wünscht das Politlog-Team

 

 

Frohe Weihnachten

 

Und alles Gute im neuen Jahr

 

2013

 

Grösste Schweizer Fernsehshow

Didier Cuche ist Schweizer des Jahres 2011 - oder vielleicht  doch die Bettwiler?

Das Schweizer Publikum hat entschieden: Didier Cuche ist der Schweizer des Jahres 2011. Der Skirennfahrer tritt die Nachfolge der beiden Haiti-Helfer Marianne Kaufmann und Rolf Maibach an, die im vergangenen Jahr zu den Schweizern des Jahres gewählt worden waren.

Mit knapp 22 Prozent wählten die Zuschauer den Sportler zum Schweizer des Jahres 2011. Der 37-Jährige war im vergangenen Winter der Dominator in den Speed-Disziplinen. Erstmals gewann er sowohl den Abfahrts- als auch den Super-G-Weltcup.

Nach dem enttäuschenden 15. Platz beim Lauberhornrennen war die Auszeichnung zum Schweizer des Jahres eine freudige Überraschung. «Ich bin überwältigt», so Cuche. «Es ist eine grosse Genugtuung für das ganze letzte Jahr.»

 

 

Gewinner in der Kategorie Show: Hochseilartist Freddy Nock.

In der Kategorie Wirtschaft setzte sich Victorinox-Präsident Carl Elsener durch. Den Sieg in der Kategorie Politik trug die St. Galler Polizei- und Justizdirektorin Karin Keller-Sutter davon. Sie war für ihren Einsatz im Kampf gegen den Hooliganismus nominiert worden.

Der SwissAward ist die grösste Fernsehshow der Schweiz und ging 2012 zum zehnten Mal über die Bühne.

 

Soweit die Fakten zur grössten Schweizer Fernsehshow.

Herr De Weck, Matter und weitere hochbezahlte SRG Funktionäre sassen in den ersten Reihen, damit sie ja nicht übersehen werden konnten. Leider haben sie über die Kosten der Sendung kein Wort verloren. Kosten von mehreren Millionen. Sechs Millionen wurden an sechs verschiedene Gewinner ausbezahlt und einige Millionen dürften die Kosten betragen haben. Geschenke erhalten bekanntlich die Freundschaften, wenn auch nur ganz billige.

Den Politlog hat es aber nicht weiter interessiert, wie viele Millionen und wie viele Geschenke an der Schweizer Gala geflossen sind, sondern wen der normale Bürger als Schweizer des Jahres gewählt hätte. In einer kurzen Umfrage vom 16. Und 17. Januar 2012 wurde 542 Leute befragt und zu zwei sehr unterschiedlichen Themen folgende zwei Fragen gestellt:

 

Bettwiler Schweizer des Jahres

1.   Wen hätten Sie zum Schweizer des Jahres gewählt?

Das Resultat war erstaunlich: 48% hätten diesen Titel den Bettwilern gegeben für ihren Widerstand gegen das entfremdete Bern. Damit wurden nicht nur die Medien sondern auch die Herren und Damen aus Bern in die Schranken gewiesen. Es hiess, die Gemeinden und Kantone brachen mehr Freiheiten und keine diktatorischen Bedingungen.

Auf den Plätzten  zwei bis vier fanden sich Didier Chuche, Bundesrätin Doris Leuthard und Skirennfahrer Feuz.

2.a. Finden Sie, dass Herr Hildebrand schuldig ist und zurücktreten   musste?

58% hielten ihn für nicht schuldig und fanden seinen Rücktritt falsch bzw. unnötig.

2.b.  Wie beurteilen Sie das Verhalten von Herrn Blocher, der Weltwoche, der Medien und der Politiker?

53% verurteilten diese Vorgehensweise als unmenschlich, unfair und hetzerisch. Die Berichterstattung wurde als unqualifiziert empfunden und die Positionierung der Politik als unzureichend und laienhaft. Es wurde die Frage aufgeworfen, die unsere Politik angesichts dieser Verhaltensweisen wohl eine echte Krise meistern würde. Herr Blocher wurde als schlechter Verlierer bezeichnet, der sein eigenes Lebenswerk in blinder Wut zerstört.

22% hielten Herrn Hildebrand für schuldig und für einen typischen Abzocker.

 

Die Schweiz wird wie viele Staaten der Welt (nicht nur in undemokratischen Gesellschaften) von den Medien manipuliert und in gewisser Weise auch regiert. Wie in allen Bereichen der Wirtschaft liegt es auch hier am Konsumenten – dem Zeitungleser, Fernsehzuschauer usw. -  diesem Zustand entgegenzuwirken. Wenn ein Produkt am Markt nicht gefragt ist, verliert es an Bedeutung. 

 

Keine Unterkunft in Bettwil

 

Bettwil hingegen scheint seinen Kampf gegen die Asylunterkunft in einer Militäranlage gewonnen zu haben. Gemäss einem Rechtsgutachten des Kantons ist für die befristete Nutzung der Anlage eine Baubewilligung notwendig. Der kantonale Rechtsdienst befand, dass für die Anlage die allgemeinen Grundsätze des Baurechts gelten, weil die bundes- oder kantonsrechtlichen Sonderregelungen fehlen.

Grund dafür ist, dass das Bundesamt für Migration (BFM) gemäss Rechtsdienst die Unterbringungskapazität erheblich vergrössern wollte, was zwingend ein Baubewilligungsverfahren erfordert. Die gesetzlichen Voraussetzungen fehlten jedoch, um eine entsprechende Baubewilligung zu erteilen, hiess es weiter. Die Anlage liege ausserhalb des Baugebietes.

Das Bundesamt für Migration (BFM) hatte sich auf den Standpunkt gestellt, es brauche für eine befristete zivile Mitbenützung der militärischen Anlage keine Baubewilligung.

 

 

Rückblick und Ausblick


Spezieller Rückblick und Ausblick

 

Vor genau 70 Jahren schrieb Alt-Nationalrat Dr. Tschumi einen Leitartikel für die Ausgabe die am 03.01.1942 in der BaZ erschienen ist.

Erstaunlich ist, wie viel aus seinem Artikel „Bürgerliche Disziplin“  auch heute noch angewendet werden kann. Vor allem bei den National- und Ständeratswahlen, aber dann auch der Bundesratswahl, hätte diese beschriebene Disziplin den Bürgerlichen sehr geholfen.

Es ist nicht nur ein Aufruf an die Parlamentarier, sondern  auch an das Volk. Wir stehen heute nicht weit weg von der wirtschaftlichen Situation, wie sich diese vor 70 Jahren präsentiert hat.

Einen grossen Effort muss das Schweizer Volk auch betreffend der Immigration leisten, will es in den nächsten Jahren die voraussehbaren Probleme zwischen den verschiedenen Volksgruppen meistern können.

Wir wünschen allen unseren Leserinnen und Lesern  einen guten Start in das Neue Jahr 2012.

 

Bürgerliche Disziplin


Von Alt-Nationalrat Dr. Tschumi


Dass die Leistungsfähigkeit einer Armee vom Masse ihrer Disziplin sehr wesentlich abhängt, ist eine allgemein bekannte Erfahrungstatsache.

Durchhalten wird aber jede Disziplin nur dann, wenn sie nicht bloss das erzieherische Resultat einer harten Faust, sondern das des freien ‚Willens jedes einzelnen Soldaten ist. Sie wird dann auch in den schwersten Fällen, beispielsweise bei Niederlagen, nicht versagen.

 

                        

 

 

Quelle: Basler Zeitung vom 3.1.1942


 

 

Disziplin ist auch bei einem ganzen Volke eine hoch einzuschätzende Tugend und ganz besonders in einer so schwierigen Zeit, wie sie gegenwärtig durchlebt werden muss. Unserer Heimat zu erhalten, soll Aufgabe und Ziel jedes Schweizers sein. Diesem Bestreben ist alles Tun und Lassen unterzuordnen. In erster Linie ist das auf dem Gebiete der Lebensmittelversorgung ein zwingendes Erfordernis. Wir können mit unsern Nahrungsmittelvorräten nichtmehr verschwenderisch umgehen. Bisher hat zwar der Hunger noch von jeder Tür abgewendet werden können, und es ist zu hoffen, dass es auch in den kommenden Zeiten möglich sein werde. Aber eine gewisse Knappheit an Nahrungsmitteln und sonstigen Verbrauchswaren ist eben doch bereits vorhanden, und der Eintritt Amerikas -  unseres Versorgungsreservoirs – in die kriegerischen Weltereignisse lässt der Befürchtung Raum, dass mit einer weiteren Abstoppung unserer Zufuhren gerechnet werden müsse.

In richtiger Würdigung dieser Verhältnisse und Möglichkeiten, unterstellt der Bund den Nahrungsmittelverkehr der Rationierung. Diese Massnahme wird nicht durchwegs mit dem wünschenswerten Verständnis entgegengenommen. Tagtäglich kann darin ein „Hüft und Hott“ der Meinungen festgestellt werden. Unser Viehbestand, so hört man argumentieren, rechtfertigt keine fleischlosen Tage. Tatsächlich sollen Fälle vorkommen, dass man sich verbotenerweise mit Fleischwaren auch für fleischlose Tage einzudecken versuche. So etwas ist in höchstem Masse verwerflich und strafbar. Es ist ein eigentlicher Raub an der Allgemeinheit, wenn jemand sich eine derartige Widerhandlung gegen den Willen der verantwortlichen Landesbehörde erlaubt. Es muss auch eine bürgerliche Disziplin geben, die sich einsichtig den allgemeinen Anordnungen willig unterzieht. Der Gutbemittelte ganz besonders wird in der Achtung seiner Umwelt nur gewinnen, wenn er sich strenge den Anordnungen unterwirft, welche Zeit und Umstände nun einmal erfordern.

Disziplin ist auch im Kleiderverbrauch zu beobachten. Weder Männer noch Frauen werden deshalb weniger geschätzt, dass sie ältere Kleider wieder zu Ehren ziehen. Heute müssen die Schöpfungen der Mode in den Hintergrund trete. Kurz, die Spartendenz unserer obersten Landesbehörde aus freiem Willen zu unterstützen, soll jedes Schweizers und jeder Schweizerin ernstes Bestreben sein. Mit der vereinfachten Lebenshaltung kann nicht erst dann begonnen werden, wenn die Vorräte verbraucht sind.

Regieren heisst voraussehen!  Wenn unsere oberste Landesbehörde in weiser Voraussicht einer drohenden Not wehren will, so lange es dazu noch Zeit ist, dann muss das Volk ohne Unterschied von Besitz und Einkommen verstehen, dass bürgerliche Disziplin seine ernste Pflicht ist. Damit wird dem Vaterlande der beste Dienst geleistet.



 

Als nächste Artikel werden erscheinen: 

Wer steckt hinter der  Verleumdung von Nationalbankpräsident

P. Hildebrand?

 

Der Kulturkampf unter den Immigranten aus dem Balkan.

Ein hochexplosives Thema.

 

 

Frohe Festtage und "en guate Rutsch its nüi Jahr"

Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie besinnliche Feiertage und einen guten Start in das neue Jahr.

 

„Politlog“ dankt allen Benutzern unserer Website von Herzen und wir hoffen, Ihnen auch nächstes Jahr interessante Artikel über das politische und wirtschaftliche Leben in der Schweiz und Europa vermitteln zu können. Über 130‘000 Personen haben im Jahr 2011 unsere Website besucht. Dafür noch einmal besten Dank.

 

Verantwortungsbewusstsein und Ehrlichkeit dem Bürger gegenüber sind viel mehr wert als ein strammer Parteisoldat zu sein

 

 

Die Redaktion 

 

Ein stiller aber effizienter und sehr interessanter Blog

Eingereicht von Hofer Ulrich am 4. August 2011

 

An dieser Stelle möchte ich einmal den verantwortlichen dieses Blogs meinen Dank aussprechen.

 

Es ist erstaunlich wie oft man hier Artikel findet, die schon seit  Monaten aufgeführt sind und sich fast immer als richtig erweisen.

Die EU-Krise oder der Untergang Amerikas als Wirtschaftsmacht alles konnte man seit Monaten in diesem Blog nachlesen.

Wir sind eine Gruppe von Kleinunternehmer in Deutschland und lesen diesen Blog regelmässig.

Seit Januar hat man aber  leider den Blog für eine Weile nicht mehr gefunden, da dieser in einem neuen System aufgeschaltet war. Jetzt haben anscheinend die Verantwortlichen das ganze wieder in das alte System übertragen.

Bilder sind sicher manchmal ganz nett, aber schlussendlich zählt nur der Inhalt.

 

Nochmals unseren besten Dank.

 

 

Hofer Ulrich, Allgäu

4. August 2011 / aus dem Allgäu 

 

Schweizer Haushalte und die Vernichtung von Lebensmittel

Ein Viertel der gekauften Lebensmittel landet im Müll


Schweizer Haushalte werfen pro Jahr über 800'000 Tonnen Lebensmittel weg. Die gefundene Produktpalette reicht von 2 KG Broten über vakuumverpacktes Biofleisch bis hin zu nicht verbrauchten Fertiggerichten.

Ein paar frische, grüne Salatblätter gezupft, die anderen nicht so schönen Blätter in den Abfall geworfen. Die Brotrinde für die Kinder herunter geschnitten, im Abfall entsorgt. Die Pizza angebrochen, das Essen stehen gelassen und weggeschmissen.

Lebensmittel waren noch nie so teuer wie heute. Der Lebensmittelpreisindex der Welternährungsorganisation FAO hat in diesem Frühjahr einen absoluten Spitzenwert erreicht. Gleichzeitig wandert so viel Essen wie noch nie in den Müll. 90 Millionen Tonnen pro Jahr in der gesamten EU. Der größte Anteil davon kommt von privaten Haushalten, ein weiterer großer Anteil von Lebensmittelherstellern und ein geringerer von Supermärkten. Pro Jahr werfen die EU-Bürger laut einem nun von der EU-Kommission veröffentlichten Bericht allein in ihren Haushalten rund 38 Millionen Tonnen Lebensmittel weg. In der Schweiz sind es ca. 800'000 Tonnen. Das ist etwa ein Viertel der gekauften Waren.

Wird diese jährliche Menge hochgerechnet, könnten mit den Essensabfällen aus allen EU-Haushalten nicht weniger als 206 Millionen Menschen ein Jahr lang ernährt werden. Dies würde das Hungerproblem der Welt – es gibt derzeit etwa 850 Millionen Unterernährte – nicht lösen, aber stark lindern.

Der hohe Wohlstand, neue Lebensgewohnheiten und das eingelernte Verhalten unserer Wegwerfgesellschaft sind die Gründe für den unverantwortlichen Umgang mit Essen. Das Institut für Abfallwirtschaft an der Universität in Wien für Bodenkultur untersuchte den Restmüll der Österreicher. Das Ergebnis ist erschütternd: Sechs bis zwölf Prozent des Mülls bestanden aus original verpackten beziehungsweise nur teilweise verbrauchten Lebensmitteln. Hinzu kamen weitere sechs Prozent an Speiseresten. In der Schweiz ist es noch fast schlimmer.

„Es ist vielen Menschen nicht bewusst, wie viel Geld sie damit wegwerfen“.

 Die Bodenkultur-Studie zeigt auch ein deutliches Stadt-Land-Gefälle auf. An originalen oder angebrochenen Lebensmitteln finden sich in Städten im Restmüll hochgerechnet 40Kilogramm pro Einwohner und Jahr, in den ländlichen Gegenden im Durchschnitt ca. 24 Kilogramm. Nicht untersucht wurden dabei die Lebensmittel, die nicht mehr erkennbar waren oder die in der Biotonne, im WC etc. entsorgt werden. Das Stadt-Land-Gefälle kann unter anderem in einer anderen Wertehaltung begründet werden. „Auf dem Land haben die Menschen noch eine stärkere Beziehung zur Lebensmittelproduktion.“

Eine britische Studie des Abfallressourcenprogramms (WRAP), die in den neuen EU-Bericht eingeflossen ist, geht davon aus, dass fast zwei Drittel der privaten Essensabfälle in jedem Fall „vermeidbar“ wären. Jeder Haushalt in Europa könnte sich damit im Durchschnitt pro Jahr 480 Euro ersparen.


Kommentar Politlog

 

Die Grundnahrungsmittel erfüllen ihren symbolischen Zweck, uns an einige der Grundbedingungen unserer Existenz zu erinnern, immer noch ganz gut.

Nahrungsmittel gehören zu den wenigen Dingen, die in unserer spätindustriellen Gesellschaft ungefähr dieselben emotionalen Reflexe hervorrufen wie in der vorindustriellen Gesellschaft unserer Vorfahren. Sie gelten zumindest der heutigen Generation 40 plus, deren Eltern noch die Nahrungsmittelengpässe der unmittelbaren Nachkriegszeit erlebt haben, als Dinge, denen über ihren Gegenwert in Geld hinaus etwas Erhabenes zukommt. Der symbolische Wert, über den Nahrungsmittel verfügen, kommt wohl daher, dass die Notwendigkeit der mehrmaligen Nahrungsaufnahme die einzige Erinnerung an die Zeiten darstellt, in denen das Leben des Menschen überwiegend von der Sicherung seiner basalen Lebensgrundlagen in Anspruch genommen wurde.

Es ist eine Ironie unserer sogenannten Wissensgesellschaft, dass zwar tatsächlich noch nie so viele Menschen über so viel Wissen verfügten wie heute, dass aber gleichzeitig noch nie so viele Menschen so wenig darüber wussten, woher die Dinge kommen, mit denen sie ihr Überleben sichern und ihre Grundbedürfnisse befriedigen: Nahrung, Kleidung, ein Dach über dem Kopf. Die Grundnahrungsmittel stellen so etwas wie die einzige Verbindung des heutigen Menschen mit seiner Herkunft dar.
 Das könnte bis zu einem gewissen Grad auch den sehr ambivalenten Umgang mit Lebensmitteln erklären. Einerseits werden in den entwickelten Ländern Abermillionen von Tonnen an unverdorbenen Lebensmitteln weggeworfen. Andererseits führen steigende Lebensmittelpreise zu Ausbrüchen kollektiver Hysterie, ganz so, als würde eine Erhöhung der Getreidepreise um einige Prozent den unmittelbaren Ausbruch einer Hungersnot bedeuten.

 Dabei würden nicht einmal verdoppelte Rohstoffpreise etwas daran ändern, dass die Menschen noch nie einen so geringen Teil ihres Einkommens für Nahrung ausgegeben haben wie heute. Das zeigt, dass die Frage nach der Verfügbarkeit von Leist baren Nahrungsmitteln rational nicht zu beantworten ist.

 Also behilft man sich der handelsüblichen Muster der Pseudo-Rationalisierung. Die beliebteste hört auf den Namen „Spekulanten“. Überall dort, wo sich das Bewusstsein der Erkenntnis eigener Verursacherschaft verschließt, müssen es die Spekulanten sein, die für unser Unglück verantwortlich sind. Jeder könnte wissen, dass die – im Übrigen als Risiko-Absicherung für von der Natur abhängigen agrarischen Produzenten in die Welt gekommene – Spekulation auf zukünftige Ernteerträge an den Getreidebörsen nur für einen ziemlich kleinen Teil der zuletzt beobachteten Preisanstiege verantwortlich ist.

 Womit man bei Pseudo-Rationalisierung Nummer zwei wären: die neuheidnische Gaia-Religion, der auch Klimaapokalyptiker, Radikalökologen und Risikoforscher angehören. Sie sehen alles, was uns derzeit so passiert, von der Nahrungsmittelknappheit bis zum Tsunami als Rache der gequälten Mutter Erde. Dass die Früchte dieser Mutter Erde in den kalten Stahltanks böser Automobile verbrannt werden, halten die akademischen Alm-Öhis für einen Frevel. Dabei wäre es doch viel vernünftiger, Zuckerrohr und Getreide zu Biotreibstoff zu erarbeiten und damit Autos zu betreiben, als sie zu Lebensmitteln zu verarbeiten, um sie auf den Müll zu kippen.

Die Geschichte der Nahrungsmittelmüllberge erzählt vor allem von Menschen, die nicht mehr bereit sind, Verantwortung für die unmittelbaren Folgen ihres Verhaltens zu übernehmen. Wer nicht darüber nachdenken will, wie er seine Einkäufe so gestaltet, dass möglichst wenig davon weggeworfen werden muss, sollte sich nicht zugleich über steigende Lebensmittelpreise beklagen. Nicht Spekulation und Naturfrevel führen dazu, sondern durch Verhalten beeinflusste Nachfrage. Wer erwartet, dass seine Sparhefte mindestens fünf Prozent jährliche Rendite abwerfen sollte, muss sich nicht über die Wachstumsideologen und ihre Gier beklagen.

Die Grundnahrungsmittel erfüllen ihren symbolischen Zweck, uns an einige der Grundbedingungen unserer Existenz zu erinnern, immer noch ganz gut. So schlimm kann es also noch nicht sein mit der Entfremdung des Menschen von seiner Natur.

 

W. Ostermeier

Neujahrsgedanken 2010 - Winterkrieg - Russland 1941/42

Erzählt von Rudolf Bereiter, 1919 - 2004, bis 1950 in russischer Gefangenschaft, Aufgenommen und bearbeitet von Walter Ostermeier

 

Vom Sich-Finden des Menschen

Jeder Mensch wird nach einem Krieg ein anderer sein. So z.B. der russische Mensch. Er ist durch den Zweiten Weltkrieg ein anderer geworden, als er zuvor war. Der Krieg eröffnete ihm die „Chance“, sich von oktroyiertem Menschenidol zu befreien.

Notgedrungen hat erstens Stalin einen unmarxistischen Anstoss dazu gegeben, indem er am 3. Juli 1941 den „vaterländischen'' Krieg ausrief und damit ungewollt der Vaterlandsliebe eine grössere Kraft zutraute als der kommunistischen Ideologie einer „Internationale''. Das Klassenkampfmotiv wurde zu Papier. Der russische Mensch erlebte sich wieder als Russen mit Heimatliebe und Vaterlandsliebe.

Der zweite Durchbruch russischen Selbstverständnisses war schon vorher am 22. Juni 1941 von der russisch orthodoxen Kirche ausgelöst worden. Sie erklärt, dass „das Vaterland einen jeden zur Tat ruft'' und die Kirche das Volk „zur Verteidigung der Wahrheit und des Vaterlandes'' verpflichtet. So die Metropoliten Sergius von Moskau und Alexius von Leningrad. Als dann in den von Deutschen besetzten Gebieten allerorte kirchliches Leben aufblühte, sah auch Stalin sich genötigt, der Kirche einige Lockerungen zuzugestehen. Die für die Bevölkerung nichts mehr sagende Ideologie des Marxismus vertrocknete und die russische Seele konnte sich wieder an der Botschaft des Evangeliums nähren. Gewiss wurden nicht alle Russen aus Atheisten plötzlich zu Christen, aber viele latente Christen wagten sich wieder hervor. Aus einer verschwindenden Minderheit wurde eine beachtenswerte Bekennergemeinde, die bei Kriegsende nahezu 25% der russischen Bevölkerung betrug und später durch die kommunistischen Machthaber wieder stark beeinträchtigt wurde.

Dadurch wurde auch ein dritter Durchbruch russischen Seelenlebens ausgelöst. Anstelle einer Motivation zum Klassenkampf kam das Motiv der Nächstenliebe wieder auf. Es erwachte die alte russische Barmherzigkeit und Warmherzigkeit. Schliesslich stellte sich viertens als Frucht christlicher Frömmigkeit bei vielen Russen die besondere russische Leidensbereitschaft wieder ein. Für sie ist alles irdische Leiden mit der Unvollkommenheit alles irdischen Wesens, auch der Menschen, untrennbar verbunden und zugleich ein Lichtzeichen auf eine andere als diese irdische Welt, auf das Reich des Herrn. Niemand hätte dieses vorauszusagen gewagt. Menschliches Planen zweier Diktatoren zur Weltherrschaft ohne Religion schmolz dahin wie der Schnee im Frühling.

 

Friede unter Europas Völkern

Vom Beginn des Mittelalters (4. bis 5. Jahrhundert) bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs hatten europäische Völker – trotz Erbes aus antikem Humanismus und trotz christlichen Liebesgebote – mehr als anderthalb Jahrtausende einander mit Kriegen überzogen. Diese Kriege waren lange Zeit hindurch aus dem Machtstreben von Fürsten geboren, dann nach der Französischen Revolution von nationalistischer Selbstüberhebung der Völker.

Damit sollte der Zweite Weltkrieg aufgeräumt haben. Aus antikommunistischer Haltung den russischen Menschen moralisch abzuqualifizieren ist ebenso ungerecht, wie aus antinationalsozialistischer Haltung den deutschen Menschen moralisch abzuqualifizieren. Anstelle des über die Menschen beider Seiten auch heute noch oft ausgegossenen Hasses und selbstgerechten Hochmuts hätten diese Menschen wohl eine gerechtere Würdigkeit verdient, nämlich Mitleid mit Menschen, die in Friedens- wie in Kriegszeiten mit furchtbaren Leiden an Körper, Geist und Seele gequält waren. Diese Würdigkeit wäre auch dem schweizerischen Volk und deren Aktivdienstlern während des Zweiten Weltkrieges zu gestanden.

Russische und deutsche Menschen haben heute kaum mehr Hass aufeinander. Wo immer sie sich begegnen, bringen sie Verständnis füreinander auf, weil sie wissen, dass zwei Diktaturen aus Machterweiterungs- bzw. Machterhaltens-Motiven die Völker gegeneinander getrieben haben. Gerade die Kriegsteilnehmer von damals verstehen sich in nahezu kameradschaftlicher Selbstverständlichkeit. In Rückerinnerung freuen sie sich – bei allem Nichtvergessen - jetzt dem Feind und Leidensgefährten von ehedem unbefangen und vorurteilslos zu begegnen. Die Schablone Feind ist weggefallen.

Als der Zweite Weltkrieg sein Ende gefunden hatte, waren die ersten Gedanken der Menschen in der Gefangenschaft: Jetzt endlich, nach solch apokalyptischen Geschehen, kann es in Europa keinen Krieg mehr geben. Diese Einsicht war damals wohl in den meisten Menschen der Kriegsgeneration herangereift: In Europa kein Krieg mehr! Friede macht aus Europas Völkern eine Gemeinschaft.

Darin liegt wohl die eigentliche Frucht des Sterbens so vieler Menschen: die Völker Europas haben die Einsicht gewonnen, dass dieser von christlichem Geist geprägte Kulturkontinent keinen Krieg mehr unter seinen Völkern aufkommen lassen darf. Wie es mit anderen Kontinenten mit einer andere Geschichte und Religion stehen mag, ist damit jedoch nicht beantwortet.

Es hat lange gedauert, bis die Völker Europas so einsichtig wurden. So tief sitzt das Böse im Menschen, das es so vieler Millionen an Menschenopfern bedurfte, um die Einsicht zur Willensbildung werden zu lassen: Wir sollten keinen Kriege mehr führen gegeneinander. Dann war der Tod der Gefallenen ein Opfertod. Sie sind nicht umsonst gefallen. Zweimal wurde ganz Europa von einem wilden Völkerhass überschwemmt, bis sich solche Erkenntnis durchsetzte. Es war ein hoher Preis, für menschliches Ermessen ein allzu hoher.

 

Was ist der Mensch?

Er ist wie eine Blume auf dem Felde: Wenn der Wind darüber weht, so ist sie nicht mehr da. Millionen sind dem Sturm von Habgier, Hass und Rache auf Europas Feldern erlegen. Ihre Gräber sind verweht. Ihr Leben blieb unvollendet. Wozu haben sie gelebt? Um Material für Machtstreben von Diktatoren zu sein? Wie lange wird es dauern, bis sie vergessen sind? Was ist ein Menschenleben wert? Der Kriegssturm ist über Massen von Menschen dahingebraust. Bleibt die Erkenntnis von der Vergänglichkeit des Menschen.

 

Der Mensch im Widerspruch

Jeder ist anders, keiner kennt sich selber richtig. Der Mensch ist ein Widerspuch in sich selbst. Ein Wesen, das mit einem Wort und Begriff nicht zu fassen ist. Er ist grausam und barmherzig in einer Person. Der Mensch kann einen anderen Menschen töten, er kann ihn verschonen, er kann ihn beschützen. In seinem Selbsterhaltungstrieb wie in seinem Egoismus kann er über Leichen gehen, in Selbstlosigkeit und Mitempfinden kann er sich für andere opfern.

 

Der Mensch – ein Rätsel

Der Mensch ist sich selbst ein Rätsel. Er versucht, sein Wesen denkend zu erkennen. Er hat das Bedürfnis, sich selbst zu verstehen in seiner Widersprüchlichkeit, er will sich definieren können, findet aber keine ausreichende Antwort. Alles nur Stückwerk, gefangen in einer für ihn illusorischen Welt.

 

Der Mensch - mit Kraft zum Bösen

Was für ein merkwürdiges Wesen ist der Mensch? Da will er Frieden und macht Krieg. Auch beim Einsetzen seiner menschlichen Fähigkeiten für Frieden schafft er Unrecht, sät er Böses, gerade dann, wenn er es nicht will. Weil der Mensch strebt, zu „sein wie Gott'' und von sich aus selbst zu bestimmen, ,,was gut und böse ist'', hat er keinen absoluten Massstab mehr für sein Handeln. Was er heute für gut hält, kann er morgen verwerfen; was er morgen für gut hält, kann er übermorgen verwerfen. Der Zeitgeist bestimmt ihn, wenn er nicht Gottes.

Ein gutes neues Jahr 2011



Wir stehen an der Schwelle des neuen Jahres.

Mit dieser Grussbotschaft wünschen wir Ihnen und Ihren Familien privat und beruflich viel Erfolg und Freude.

Gleichzeitig teilen wir Ihnen mit, dass wir in den nächsten Tagen mit einem neuen Erscheinungsbild und einigen Neuerungen aufwarten werden. Wir hoffen, Sie weiter zu unserer treuen Leserschaft zählen zu dürfen.


Ab 3. Januar 2011 finden sie laufend neue Artikel zum langen Wahlkampf 2011.

 

Die Redaktion

w.o.

Frohe Festtage



UNSEREN  TREUEN


LESERINNEN UND LESER


WÜNSCHEN  WIR


FROHE  WEIHNACHTEN


UND EINEN  GUTEN  START


IN  DAS  NEUE  JAHR  2011 

 

 

Die Redaktion

Politikverdrossenheit und Vertrauensschwund


Die Kluft zwischen Politiker und dem Volk wird grösser, und zwar über die ganze Breite des politischen Themenspektrums. Wohin das führen kann, ist nicht nur in Europa sondern auch in den USA zu sehen: Dort ist die politische Auseinandersetzung zur offenen, ideologisch aufgerüsteten Feindschaft ausgeartet.


Wachsende Entfremdung: Jenseits der politisch Interessierten herrscht Gleichgültigkeit gegenüber dem, was sich im eigenen Land oder auf der Welt ereignet.


In der Debatte über Thilo Sarrazin und dessen Ansichten zur Integrationspolitik wurde, unter anderem vom Bundespräsidenten Wulff, das als Aufforderung zum Handeln interpretierte Argument vorgebracht, die Angelegenheit schade dem Ansehen der Bundesbank im In- und Ausland. Das war nicht mehr als ein Hilfsargument einer hilflosen Regierung dem Volk gegenüber.


Zum Beispiel; Die Deutsche Bevölkerung ist nach der ersten missbilligenden Überraschung über Köhlers Rücktritt schnell zur Tagesordnung übergegangen; Ferien, Fußball-Weltmeisterschaft und gute Konjunkturlaune waren deren Haupteinträge und bestimmten fortan die Stimmungslage. Und das passte zu der generellen Einstellung: Ein beachtlicher Teil der Bevölkerung steht dem Politikbetrieb im eigenen Land mit Distanz, Gleichgültigkeit und Zynismus gegenüber. Die Erregungen des politisch-medialen Komplexes teilt die Bevölkerung kaum, weil sie diesem Komplex das Vertrauen entzogen hat – nicht erst seit diesem Frühjahr.

In den vergangenen Jahren ist die Erosion des Vertrauens in politische Institutionen wiederholt Gegenstand demoskopischer Untersuchungen gewesen. Die Resultate gingen soweit, dass verschiedene Politiker durch alle Parteien sich dahin gehend beklagen, dass die Stimmung im Wahlvolk gegenüber der Politik, die Züge von Verachtung trage.

Die öffentliche Geringschätzung der Politik untergräbt die Fundamente der Demokratie.“

Jenseits der politisch Interessierten herrscht überwiegend Gleichgültigkeit. Die Entfremdung zwischen politischer Klasse und Wahlvolk ist deshalb gefährlich.

Wohin es führen kann, wenn die Politik bei vielen Wählern auf massive Geringschätzung oder gar Verachtung stösst, ist in den Vereinigten Staaten zu sehen: Dort ist die politische Auseinandersetzung zur offenen, ideologisch aufgerüsteten Feindschaft ausgeartet. Politik ist verhasst, Ressentiments haben Konjunktur. Höchsten falls dem eigenen Parlamentarier traut man zu , er kämpfe den Kampf des Aufrechten. Viele Wähler sind abgekoppelt und wollen nicht behelligt werden.

Zwar nahmen an der jüngsten Präsidentenwahl vergleichsweise viele Wahlberechtigte teil – das war der Obama-Effekt –, aber schon bei der kommenden Kongresswahl wird die Beteiligung wieder auf ein Niveau sinken, das in Europa Debatten über die demokratische Legitimität in Gang setzen würde. Viele Wähler sehen zwischen ihrer Lebenswirklichkeit sowie ihrem politisch-kulturellen Milieu und „Washington“ - Brüssel oder Bern keine Verbindungen mehr.

Diese Politikverdrossenheit und die neue Protestlust können als Treibmittel für Populisten wirken. Von den Niederlanden bis nach Schweden dringen neue Unsicherheiten in das politische Zentrum vor, die, zum Beispiel, die Bildung stabiler Regierungen erschweren. Die Kluft zwischen Regierenden und Regierten wird jedenfalls grösser, und zwar über die ganze Breite des politischen Themenspektrums.

Auf Dauer kann es einem Gemeinwesen nicht gleichgültig sein, wenn seine höchsten Repräsentanten ein Ansehen geniessen, das nicht weit über Rotlicht-Niveau liegt und wenn die Menschen eine kollektive und negative Polit-Haltung einnehmen.


Niemand mehr ist unantastbar und dies könnte für die Menschheit fatale Folgen haben.

 

W O




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