Aldi und Lidl wollen Schweizer werden


Die deutschen Harddiscounter Aldi und Lidl setzen in der Schweiz stark auf Frischwaren mit regionaler Herkunft. Damit greifen sie die etablierten Detailhändler frontal an. Vorläufig mit mässigem Erfolg. Doch die Discounter lassen nicht locker und reagieren mit Swissness-Kampagnen.

Dass Aldi und Lidl bei ihrem Auftritt in der Schweiz auf die speziellen Verhältnisse im hiesigen Detailhandel mit seinen anspruchsvollen Konsumenten Rücksicht nehmen, erstaunt nicht. Kaum jemand hätte den beiden Harddiscountern aber zugetraut, dass sie so stark auf Frischwaren wie Früchte, Gemüse, Brot und Frischfleisch setzen. Vor allem der noch kleinere Lidl hat in diesem Segment einen wichtigen Akzent gesetzt.

Viele Konsumenten rechnen bei den beiden Deutschen offenbar nicht mit Frischprodukten aus der Region oder gar mit Bio-Qualität. Deren Bemühungen um Frische und Swissness sind trotz grossem Werbeaufwand noch kaum bei den Konsumenten angekommen.

Aldi und Lidl sind vor allem als Billiganbieter bekannt. Eine Marktforschung der Mefi in Buchsstellt fest, dass für Frische vor allem in dieser Reihenfolge Migros, Coop und Volg stehen. Den Harddiscountern trauen dies nur wenige Schweizerkunden zu.

Noch vernichtender ist das Urteil der Konsumenten, wenn es um Nachhaltigkeit geht (5 Prozent bei Aldi, 3 Prozent bei Lidl). Dabei betont Lidl-Schweiz-Chef Andreas Pohl bei jeder Gelegenheit, dass der Discounter keine per Flugzeug importierten Früchte oder Gemüse verkauft. Das können weder Migros noch Coop von sich sagen.

Trotz ansprechendem Frischsortiment und vielen einheimischen Produkten ist es den beiden Harddiscountern bisher nicht gelungen, sich bei den Konsumenten als schweizerisch zu verankern. Lidl hat dabei das grosse Handicap, dass das Unternehmen in Deutschland immer wieder negativ in den Schlagzeilen steht.

Beide Discounter stehen zudem im Ruf, ihr Personal schlecht zu entlöhnen. Ebenso schlecht ist ihre Image als Preisdrücker bei Produzenten und Lieferanten. «Aldi und Lidl kaufen bei unseren Produzenten nicht unbedingt billiger ein.» Sie verzichteten bei Aktionen aber häufig auf die Marge, um das Gemüse billiger anbieten zu können.

«Frische, Swissness und Nachhaltigkeit wird den Grossverteilern zugestanden», heisst in der Branchenstudie «Detailhandel Schweiz». Doch die beiden Newcomer lassen nicht locker, dies zu ändern. Zu wichtig ist der Sympathiefaktor bei der Eroberung des Schweizer Marktes gegen die dominierende Konkurrenz von Migros und Coop. (nzz)


Kommentar Politlog.ch

 

 

Die Discounter lassen sich entsprechende Werbeanstrengungen viel Geld kosten, ohne darüber sprechen zu wollen. Aldi präsentiert auf Plakaten und in mehrseitigen Zeitungsbeilagen («Schweiz auf dem Teller») und vergessen dabei, dass in der Schweiz gar nicht soviel produziert was Aldi oder Lidl als Schweizerprodukte verkaufen will. Diese klare Diskrepanz zeigt, weshalb Aldi und Lidl nicht getraut wird. Sie haben gar nicht die Möglichkeit die frische Ware die sie bewerben auf den Markt zu bringen.


Das helvetische Aushängeschild Stucki soll dem Unternehmen zu mehr Akzeptanz in der Schweiz verhelfen. Ein Vorhaben, das genau das Gegenteil bewirkt und bei der Schweizer Kundschaft als Anbiederung empfunden wird und deshalb auch keinen Erfolg haben wird. Sie versuchen die Kultur der Schweiz zu stehlen und als eigen Produktion zu verkaufen was ebenfalls nie aufgehen wird.

Auch in der Frage des Mehrwertsteuer Abrechnung bleiben viele heikle Fragen offen die

Lidl und Aldi geschickt zum Nachteil der Schweiz und somit der Migros oder Coop steuern können.


Aldi und Lidl werden nie schweizerisch weil ihre Kunden vor allem aus Deutschland und der Türkei kommen.


Das einzig clevere von Aldi war sich an der Tamedia Gruppe zu beteiligen. Wir werden sicher noch mehr davon hören.



Walter ostermeier