Die Gewerkschaft Unia und der SGB haben erneut gegen den Stellenabbau beim Spezialchemie-Unternehmen Clariant protestiert. Die Unia und der SGB verteilten vor der Schweizer Börse Flugblätter. Zudem blockierten von der UNIA aktivierte Linksaktivisten zeitweise den Zugang zur Börse. Clariant hatte zuvor einen Abbau um weitere 500 Stellen angekündigt, 400 davon in der Schweiz.


Vor der Schweizer Börse, in deren Räumlichkeiten die Bilanzkonferenz des Konzerns Clariant für die Medien stattfand, verteilten die Gewerkschafter Flugblätter mit dem Titel «Widerstand gegen den Kahlschlag» des Clariant-Konzernchefs Hariolf Kottmann.

Die von der Unia organisierten linken Aktivisten blockieren den Zugang zur Börse

Nach dem Muster von Cedric Wermuth, Präsident der JUSO, sich über Gewalt Recht zu verschaffen, gingen ca. 30 linke Aktivisten vor, um den Zugang zur Schweizer Börse für längere Zeit zu blockieren. Die Fassade des Gebäudes wurde zudem beschädigt und mit Eiern beworfen.

Bei den Aktivisten handelt es sich offenbar um Mitglieder des «Revolutionären Aufbaus Zürich». Vertreter der Gewerkschaft Unia erklärten dann flugs, sie hätten mit der Blockade des Gebäudes nichts zu tun. Sie, die Unia, wollte lediglich ihren Unmut über den erneuten Stellenabbau bei Clariant kundtun.



Stellenabbau im Zusammenhang einer Standortverlegung

Vom geplanten Stellenabbau ist vor allem der Schweizer Hauptsitz in Muttenz betroffen. Wegen Produktionsverlagerungen nach Asien und Spanien gehen dort 400 Jobs verloren, wie Clariant mitteilte.

Die neuerliche Restrukturierung wird mit der unsicheren wirtschaftlichen Lage begründet. Schon im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Unternehmen einen Verlust von 194 Millionen Franken. Das Unternehmen rechnet allein für 2010 mit Restrukturierungskosten bis zu 200 bis 300 Millionen Franken. Auf eine Ausschüttung einer Dividende wird wie schon im letzten Jahr verzichtet. Der Umsatz fiel im vergangenen Jahr um 18 Prozent auf 6,61 Milliarden Franken. Der Rückgang widerspiegle die schwere wirtschaftliche Krise, in der sich Clariant befindet. Der Konzern leidet wie viele andere Unternehmungen unter der Rezession auf den wichtigsten Abnehmermärkten, insbesondere in der Textil- und Autobranche.


Unsere Meinung

Die Unia und der SGB greifen immer wieder Grosskonzerne betreffend der ausbezahlten „Boni“ an und vergessen dabei, dass es sich bei diesen Konzernen um Aktiengesellschaften handelt, die grundsätzlich keine Wohlfahrtsgesellschaften sind, sondern für die Aktionäre gewinnbringend arbeiten müssen.

Mit ihren ständig neuen Forderungen der Kontrolle und Überwachung helfen sie den Arbeitnehmern dieser Konzerne nicht und schaffen damit auch keine Arbeitsplätze. Die Konzerne verlegen dann wie im vorliegenden Fall ihre Produktionsstätten in Billiglohnländer.

Somit tragen die Unia und der SGB eine Mitschuld an der wirtschaftlichen Misere unseres Landes. Durch die verfehlte Politik in der Personenfreizügigkeit treiben sie uns ständig mehr in die Abhängigkeit fremder Arbeitskräfte. Unsere Lehrabgänger werden in die Weiterbildung getrieben, anstatt Arbeitsplätze für sie zu schaffen, die ihnen durch Billigarbeitskräfte vorenthalten werden. An dieser Stelle sei auch wieder einmal die extreme Bevorzugung der Tourismusbranche betreffend der Mehrwertsteuer zu erwähnen. Hier gehen dem Staat Milliarden verloren.



Ein Beispiel der Personenfreizügigkeit

Jelmoli, Bahnhofstrasse in Zürich, am 15.02.2010. Da wird umgebaut. Die Arbeiter sind aus Polen und Rumänien, ihre Tätigkeit Änderungsarbeiten an der Elektroinstallation. Eine Nachfrage betreffend der Qualifikation scheint es in dieser Stadt nicht zu geben. Die Verkäuferinnen sind ebenfalls aus Polen, Rumänien und China. Ein Grossteil der Kunden ist ebenfalls aus diesen Ländern, aber auch aus Russland, Asien, Mexiko oder Afrika. Schweizer hat es im Verhältnis wenige.

Diese, so meint eine Verkäuferin, werden nicht mehr so sehr gebraucht und seien erst noch schwierige Kunden. Kunden aus der Fremde fragen nicht lang – sie kaufen. Eine Hinterlassenschaft der UNIA, des SGB und der Personenfreizügigkeit.