13. September 2009
Schweizer Medienspiegel
Das Boot ist voll – das darf heute so nicht mehr ausgesprochen werden und gehört sich nicht für einen kultivierten Schweizer der Nachkriegszeit. Jedoch das Boot geht unter, das dürfte man noch sagen.
Bernhard Russi und Mari Russi stehen am Ende ihrer grossen Liebe, säuselt die Schweizer Illustrierte in ihrer Ausgabe 37, so als hätte die Schweiz gerade aufgehört zu existieren. Die gute Tante Onken, ihres Zeichens Paartherapeutin, sagt, diese Trennung sei wie ein Tsunami. Wenn ich Sie recht verstehe Frau Onken, wiegt der Zusammenbruch dieser Beziehung zweihundert tausend Menschenleben . Jetzt verstehe ich auch, weshalb diese SI so zum Weinen ist.
Aber auch Pi. Rist ist in allen Medien und in der Schweiz und in Venedig zugleich. Kein Wunder, schreibt die SI, sie sei immer auf dem Sprung, von Höhenflug zu Höhenflug. Meine Tochter schaut sich gerade Pippi Langstrumpf an und meint zu mir:“Schau Papa, die macht fast die gleichen Sachen wie Pippi Langstrumpf!“ Da sage ich zu ihr:“Aber es gibt schon Unterschiede.“ Sie schaut mich an und meint: „Ich sehe keinen.“ Da sage ich zu ihr: „Einen gibt es sicher, aber den siehst du nur auf ihrem Bankkonto.“ Hat sie doch allein vom Kanton St. Gallen einen Bonus finanziert durch den Steuerzahler von über 200'000 Franken erhalten. Wahrlich ein Unterschied.
In der NZZ vom 09. September 2009 ist nachzulesen, welche Essgewohnheiten die Herrscher im 15. Jahrhundert in Italien hatten. Wenig Pflanzliches, dafür mehr Fleisch und Fisch, vor allem aber Trauben und Feigen. Eine Archäologengruppe in Modena hat den Abfallschacht in einem repräsentativen Gebäude des 15. Jahrhunderts in Ferrara gefunden und mit einem enormen Zeitaufwand und Geld, die Fäkalien dieser Menschen untersucht. Eine „Vegetation History and Archaeobotany“ wurde geschrieben. Den europäischen Steuerzahler wird das weder interessieren noch wird er es lesen. Hauptsache, es hat viele Millionen gekostet und „Qualifizierte“ haben dafür einen Langzeitjob bekommen.
Gemäss „Der Bund“ ist unsere Berufsbildung mit der herkömmlichen Art einer Berufslehre veraltet und entspricht nicht mehr den Europäischen Standards, wonach eine Berufsmittelschule integriert werden solle. Die guten Leistungen an den Berufsweltmeisterschaften beweisen aber gerade das Gegenteil. Die Medaillen lügen nicht, wohl aber die, die uns einmal mehr das Europäische Schulsystem verkaufen wollen. Dann kommt die Forderung, es brauche mehr Lehrkräfte, jedoch nur nicht aus der Schweiz.
Nochmals „Der Bund“: Tausende Lehrabgänger finden keinen Job. Ein weiteres millionenschweres Wirtschaftspaket soll geschnürt werden. Fragt sich nur, für wen und wohin diese Gelder fliessen sollen. Vielleicht in die Kulturförderung für Filme wie das bankrotte „Sennentuntschi“ oder „Mein Name ist Eugen“. Das SF1 hat letzte Woche den Film „Meine Name ist Eugen“ von Steiner sofort eingespielt um die Kulturfördergelder (Filmförderer Bideau) fliessen zu lassen und somit gleichzeitig Regisseur Steiner zu sanieren um doch noch an die ausstehenden Kulturförderungsgelder sprich Boni zu kommen.
Die Personenfreizügigkeit hat die freien Arbeitsstellen für unsere Lehrabgänger aufgefressen und die haben nun das Nachsehen. Dafür gibt es dann ein Weiberbildungsprogramm und wieder eines und noch eines, dann brauchen wir wieder mehr Qualifizierte, die an den Weiterbildungskursen unterrichten und natürlich weitere Milliarden, um das alles zu finanzieren. Viele Jugendliche erklären mir auf die Anfrage, weshalb sie nicht in ihrem gelernten Beruf bleiben: „Ich habe nicht drei oder vier Jahre einen Berufslehre absolviert, um danach für 19.00 oder 20.00 Franken auf dem Bau zu arbeiten.“ Dies sei der Hauptgrund, weshalb sie dann lieber stempeln gehen oder eine nicht gewollte Weiterbildung antreten.
Tagesanzeiger: Kleinere Spitäler müssen geschlossen werden, weil diese den Standard für die Patienten nicht mehr gewährleisten können. Eine Diskriminierung gegenüber diesen Spitälern und deren Ärzteteams und Personal. Ohne Personenfreizügigkeit hätten wir die heutige Situation im Gesundheitswesen mit Sicherheit nicht. Durch die Personenfreizügigkeit sind bei uns per heute ca. 350'00 Menschen eingewandert - mehr als die Stadt Zürich Einwohner hat. Das bedingt, dass wir mehr Schulen, mehr Ärzte, mehr Spitäler, mehr Polizei brauchen werden und gleichzeitig unser Leben verteuert wird. Die Grundsätze der Umwelt werden wieder nicht eingehalten werden können und alle schweigen. Einwanderung gilt für ganz Europa, die Europäer gehen jedoch nur in die Schweiz. Mehr Lohn, bessere Versicherungen, weniger Steuern und fünf Jahre garantierte Bezüge der Arbeitslosengelder oder Sozialhilfe.
Das Boot ist nicht voll, aber es ist am Untergehen. Der einzige Trost an der Geschichte ist, dass in fünfhundert Jahren andere „Qualifizierte“ uns einmal ausgraben werden um dann feststellen, dass es sich um ein dummes Volk gehandelt haben muss, das sein Boot ohne Not zum Kentern gebracht hat.
Walter Ostermeier