24. Januar 2009
Dieser Artiekl wurde von Herr R. Amsler gefunden und uns zugestellt
Sehr geehrter Herr Ostermeier
Diesen Artikel, von Ihnen geschrieben am 16. März 2007, habe ich im im Googel unter der Rubrik „Iraknews.cc gefunden als ich über Amerika im Irak nach Informationen suchte. Es ist schon sehr erstaunlich, wie sehr Ihr Artikel zutrifft. Meine aller höchste Hochachtung!
Das Ende der Weltmacht Amerika
Die unabwendbare Niederlage im Irak-Krieg und der Niedergang als Wirtschaftsweltmacht
Nicht erst jetzt muss Bush realisiert haben, dass er in seiner achtjährigen Amtszeit, in der er als wichtigster Politiker der freien Welt fungierte, fast alles falsch gemacht hat. Seine einstigen Getreuen – Rumsfeld, Jay M. Garner, CIA Direktor Tenet, Cheney und nicht zuletzt Aussenministerin Rice sind Opfer geworden oder werden es noch werden. Der Krieg im Irak war lange bevor er begonnen hatte verloren, weil er jeglichen militärischen Grundsätzen entbehrt hat. Schon Clausewitz soll gesagt haben, man kenne von jedem Krieg den Anfang, aber nie sein Ende. Eine bittere Wahrheit und sehr zutreffend für den Krieg im Irak und in Afghanistan. Mit welcher Naivität und Überheblichkeit Amerika den Krieg gegen den Irak angefangen hat, war mehr als fahrlässig. Die Doktrin, den Gegner mit schweren Bomben zu vernichten und nachträglich die Bodentruppen einmarschieren zu lassen, hat längst ausgedient. Sie ist nicht mehr anwendbar, da sich Kriege nicht mehr auf dem Schlachtfeld sondern in den Agglomerationen der Zivilbevölkerung abspielt. Einmal mehr hat sich die US-Kriegsführung überschätzt und den Gegner unterschätzt. Auch viele Militärstrategen im In- und Ausland, einschliesslich der pro-amerikanischen Zeitungen, haben vor Kriegsbeginn im März 2003 von der enormen militärischen Übermacht und von einem raschen Ende des Krieges geschrieben. Die Prognostiker sind von 15 Kampftagen und ein bis zwei Jahren zur Errichtung einer neuen demokratischen Staatsordnung ausgegangen. Weit gefehlt wie sich heraus stellte und zu einem Vergleich mit den zwei letzten Kriegsjahren in Vietnam fehlt nicht viel.
Eines haben alle übersehen und wollten es nicht wahr haben, nämlich und was nur G. W. Bush wissen konnte, dass er schon beim Antritt seiner Amtszeit ein Versager war und dass alles, was er war und hatte nicht seinen persönlichen Leistungen zuzuschreiben ist.
Was sind jedoch die Hauptgründe, die zum Ende der militärischen und wirtschaftlichen Vorherrschaft Amerikas führen?
Menschenrechte und Kultur
Kein westliches und freies Land hat die Menschenrechte in den letzten vierzig Jahren so oft und schwer verletzt wie die USA. Die Allianz zwischen Europa und Amerika hat durch die Eigenmächtigkeit der USA zu stark gelitten und wird nie wieder dieselbe sein. Amerika ist nicht lernfähig. Es hat nie gelernt, sich mit den Kulturen fremder Länder auseinanderzusetzen und versucht, diese zu verstehen. Es hat nie gelernt dem Schwächeren Respekt entgegen zu bringen anstatt nur mit den militärischen Muskeln zu spielen. Dies zeigt sich einmal mehr an den Beispielen Afghanistan und Irak. Um in einem Fremden Land militärisch Erfolg zu haben, braucht man den Rückhalt der Bevölkerung. Diesen Rückhalt haben die Amerikaner weder von den Schiiten noch von den Sunniten und schon gar nicht von den afghanischen Guerilleros. In den streng moslemischen Städten tasten amerikanische Soldaten immer wieder und in aller Öffentlichkeit irakische Frauen nach Waffen ab. Ein unverzeihlicher Fehler. Dass die Schiiten trotz ihrer Überzahl am Ende des Krieges ebenfalls als Verlierer dastehen werden, ist durchaus denkbar. Die Schiiten wollen auf keinen Fall mit den Sunniten zusammenarbeiten, da in der sunnitischen Front zu viele Anhänger Saddam Husseins kämpfen. Die Abneigung der Schiiten gegen die Sunniten geht tiefer als muslimische Gemeinsamkeit.
Dem Irak fehlt ein starker Mann, der mit „Gewalt“ die auseinander strebenden Kräfte unterdrückt und wieder Ruhe und Ordnung herstellen könnte. Ein zweiter Saddam Hussein - nur weniger blutig.
Alles auf Lügen aufgebaut.
Vieles im Leben von G. W. Bush ist auf Lügen aufgebaut.
Er ist ein Blender und neigt zu Grössenwahn und Selbstüberschätzung. Wo das hinführt, wissen wir aus der Geschichte. Dass der Crash der Twin Towers vom 11.09.2001 nicht nur von Bin Laden geboren wurde, gilt wohl als Tatsache. Er kann bestenfalls als Geburtshelfer angesehen werden. Nicht umsonst hat Bush mit allen Mitteln Al Gore im November 2000 niedergerungen. Der Coup für den 11.09.2001 war damals schon so weit fortgeschritten, dass es für Bush und den CIA gar keine andere Möglichkeit mehr gab als Bush zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika zu küren.
Den Crash vom 11.09.2001 der Achse des Bösen anzulasten war zu einfach, war gut genug für den Mann von der Strasse. Die Behauptung mit den selbst kreierten Beweisen, dass Saddam Hussein C-Waffen besitze, wurde vom CIA dilettantisch vorbereitet. Solche Beweiskonstruktionen, die der US-Geheimdienst über alles liebt, waren bis vor zwanzig Jahren noch möglich. Doch heute, im Zeitalter der totalen Überwachung, in der jede geschriebene Zeile und jeder gesprochene Satz aufgezeichnet werden kann, sind solche Inszenierungen weniger leicht glaubwürdig zu verkaufen. Auch die CIA-internen Loyalitäten haben sich mit dem Computer-Zeitalter verändert und sind teilweise überhaupt nicht mehr vorhanden.
Das Versprechen eines besseren Lebens nach dem Sturz Saddam Husseins, das die Amerikaner der irakischen Bevölkerung gegeben haben, hat sich mit den Rauchschwaden der Bomben in Luft aufgelöst.
Die Lüge, keine Kriegsgefangenenlager zu halten und keine Kriegsgefangenen zu misshandeln hätte für jedes andere Land vor dem Menschenrechtsgerichtshof in Den Haag geendet. Der Mythos, von fast allen Zeitungen in der Welt als das grosse Kriegsdrama verbreitet, zerbrach als sich das vermeintliche Schicksal von Jessica Lynch, dass sie im Irak gefangen und gefoltert wurde, als gut aufgesetzte Lüge entpuppte.
Die militärische und wirtschaftliche Selbstüberschätzung
Die Zahlen bis Februar 2007
Über 4000 gefallene amerikanische Soldaten
Über 2000 gefallene befreundete Soldaten – Engländer, Polen, Italiener, Japaner, Südafrikaner, um nur einige Länder zu nennen
Über 16'000 Schwerverletzte und über 27'000 leicht verletzte amerikanische Soldaten
Über 40'000 irakische gefallene Soldaten in den ersten drei Kriegswochen.
Über 700'000 Tote in der irakischen Zivilbevölkerung inklusive irakische Polizisten und über 1,5 Millionen Verwundete.
Der Krieg im Irak hat die Amerikaner bis heute 360 Milliarden US-Dollar gekostet und dürfte bis zum vollständigen Abzug weitere 300 Milliarden kosten - eine Summe, die die amerikanische Volkswirtschaft nicht verkraften wird und sie von einem Gläubigerstaat zu einem Schuldnerstaat werden lässt.
Die Amerikaner haben den Krieg im Irak und auch den in Afghanistan verloren.
Die amerikanische Heeresführung ist überfordert, die Soldaten sind in einer schlechten psychischen und physischen Verfassung. Die Zersetzung der Truppen ist seit langem zu beobachten. Ein Wiederaufbau ist kläglich gescheitert, vor allem weil ein Plan für den Wiederaufbau von Anfang an fehlte. Der Irak-Sondergesandte Zalmay Khalilzad und der Beauftragte des Staatsdepartements Rayn Crocker sowie der US-Verwalter Bremer alle sind gescheitert, mussten scheitern mit diesen Voraussetzungen.
Am 10. April 2003 haben die Medien in aller Welt verkündet - „Plötzlicher Zusammenbruch des Regimes in Bagdad“ - Jubel in Amerika und in den westlichen Staaten.
Was war jedoch der Grund für diesen vermeintlichen Zusammenbruch?
Was hat sich in den ersten drei Kriegswochen wirklich abgespielt? Saddam Hussein hat gewusst, dass er den amerikanischen Bombardierungen nicht standhalten konnte, dass er bei einer Weiterführung des Kampfes das Risiko eingehen würde, sämtliche Truppen seiner Nationalgarde zu verlieren. Er lässt seine Truppen in den Untergrund gehen und organisiert von dort aus den Kleinkrieg gegen die Amerikaner und Engländer und gleichzeitig gegen die Schiiten.
So werden wir Zeugen des Zerfalls der einst stärksten militärischen Grossmacht.
Im Dezember 2003 wird „Er“, Saddam Hussein verhaftet, später verurteilt und im Dezember 2006 hingerichtet. Die letzte grosse Lüge im Spiel von G. W. Bush, jedoch mit fatalen Folgen für die gesamte Nahost-Region. Die USA werden den Irak als geschlagene und gedemütigte Armee verlassen müssen, ohne nur im Entferntesten einen kleinen Teil ihrer Ziele erreicht zu haben.
Sie hinterlassen ein zerstörtes Land und eine Bevölkerung, in der es keine Rechtsordnung mehr gibt sondern Anarchie.
Der grosse Nutzniesser wird die zerstört geglaubte Baath-Partei sein mit „Ihm“ -einem Saddam Hussein.
Der neue Präsident der USA, der im November 2008 gewählt werden wird, - wahrscheinlich Obama - wird dann viel zu richten haben.
R. Amsler, Holzikon