2008 - Ein Jahr, das immer schneller und verwirrender wurde
Die Globalisierung macht es möglich - immer mehr Menschenströme, immer mehr
geheime Mächte und immer mehr Unverständnis des einfachen Bürgers.
An das Jahr 2008 wird man sich noch lange erinnern und es wird noch viel
brauchen, die Ereignisse einzuordnen und zu verstehen, was alles passiert ist in
Der Aufstand in Tibet, das schwere Erdbeben in China mit zehntausenden von
Toten und auch in Burma, mit fatalen Folgen für die Bevölkerung, da die
lange Zeit verweigerte. Die fast zu perfekten Olympischen Spiele der neuen
mit der Premiere eines farbigen Präsidenten.
Ein Krieg zwischen Russland und Georgien mit nur Verlierern, die schwerste
flächendeckende Finanzkrise seit den dreissiger Jahren, die Terroranschläge
von Mumbai.
Das irische Nein zum EU-Verfassungsvertrag verkommt ob all diesen
Geschehnissen zur einer Randnotiz. Doch was ist anders, als bei den
Schauplatzwechsel zwischen Wall Street und dem Kaukasus, Crashangst und
Arbeitsplatzverlust, Bankencrash und Politik. An solche Ereignisse mit
gezielt gefördert werden, mehr Mächte im Guten und Bösen, mehr
Möglichkeiten, sich bemerkbar zu machen, mitzureden und zu stören.
Zum ersten Mal in der Geschichte, abgesehen von der 68-er Zeit, ist praktisch
Afro-Amerikaner, die mit ihrer Stimme Barack Obama zum ersten farbigen
Protest der Länder und der Kulturen gegen die unüberblickbare
Globalisierung.
Ausgerechnet diese bunte, Nord und Süd umfassende Runde, die lange nur ein
Schattendasein führte, ist zur obersten Instanz in der Debatte über die
Weltfinanzkrise geworden und das hat Folgen. Die früheren Entwicklungsländer
werden sich ihren frisch eroberten Platz am Tisch der Grossen nicht mehr
nehmen lassen, wenn es demnächst um Handel oder Armutsbekämpfung geht.
Mit der Finanzkrise hat die Dominanz der USA nach dem Scheitern von Bushs
Stellung als dominante Grossmacht verloren. Auch die zweite einstige Grossmacht,
erlitten Milliardeneinbussen, die sie an den Rand des Konkurses brachten.
Auch die vom Westen gefürchteten Ölländer wie Iran oder Venezuela sehen ihre
Staatseinnahmen durch den Einbruch der Energiepreise schwinden.
Die in den letzten Jahren aufgestellte These, dass moderne Diktaturen wie
die chinesische für die Zukunft besser gerüstet sein könnten als die träge
gewordenen liberalen Demokratien, hat sich als falsch erwiesen. Chinas
Regime kämpft mehr den je mit der Angst, dass das Volk mehr Freiheiten
will, was das Regime logischerweise nicht erfüllen kann.
Die vergangen Jahre unter George W. Bush waren Jahre der Spaltungen und der
sein. Es gibt eine globale Sehnsucht nach Kooperation, in tiefster Not
Investitionsprogramme, zerstreiten sich dabei wie immer und können trotzdem
vom Miteinanderreden nicht lassen.
Und die Schweiz? Ist sie fähig, aus all diesen Turbulenzen zu lernen und
geschaffen haben, sollten wir imstande sein zu erhalten.
Die Zukunft wird es uns zeigen.
W. Ostermeier


