Offener Brief an Frau Calmy-Rey
Zuerst möchte ich Ihnen fast etwas wie ein Kompliment aussprechen. Wann immer, ich Sie sehe oder von Ihnen höre, erinnern Sie mich an einen ganz speziellen Clown – Clown Dimitri. Nicht, dass ich Ihnen seine Fähigkeiten zuschreiben möchte, das wäre dann doch zu vermessen von mir.
Nun aber genug des Lobes und zum Kernpunkt meines Schreibens. Ich bin wie Sie ein Schweizer Bürger – ein richtiger Schweizer mit Rechten und Pflichten und mit dem Bewusstsein, dass die Kräfte für unser Land einst in der Urschweiz gebündelt wurden.
Wenn ich betone, mit Rechten und Pflichten, bin ich mir jedoch bewusst, dass ich in Wirklichkeit nicht die selben Rechte habe wie Sie. Sie haben Kraft Ihres Amtes als Bundespräsidentin viel mehr Rechte und Begünstigungen als wir einfachen Bürger dieses Landes. Grundsätzlich kann ich das tolerieren. Was ich jedoch nicht tolerieren kann und will (sowie auch viele andere Bürger) ist Ungerechtigkeit und Arroganz.
Ungerechtigkeit und Arroganz im Sinne, dass Sie nur für ihre Genossen (ca. 25% der Bevölkerung) wirklich die Bundespräsidentin sind und nicht für die restlichen Bürger dieses Landes auch, so wie Sie das eigentlich sein müssten und wie Sie es uns auch immer wieder glauben machen wollen.
Wenn Sie für Ihre Genossen den Clown spielen, im Fernsehen als Sängerin auftreten oder im Ausland Mutter Theresa spielen, ist das Ihre ganz persönliche Angelegenheit. Wenn Sie sich jedoch mit ihren Genossen und unter Mithilfe des Radio DRS und dem Schweizer Fernsehen wie ein trotziges Kind auf das Rütli begeben wollen, ist das nicht mehr Ihre persönliche Angelegenheit. Mit diesem Akt verletzten und nötigen Sie nicht nur die rechtlich zuständigen Behörden sondern Sie zeigen auch, dass es Ihnen an Respekt vor der Schweizer Bevölkerung fehlt.
Unerträglich ist auch die gezielte Medienpräsenz im Schweizer Fernsehen und im Radio DRS, die Sie erhalten und dies bezahlt mit unseren Fernsehgebühren. In der Wirtschaft würde man von Betrug sprechen. Diese Institutionen hätten eigentlich die Pflicht, eine neutrale Berichterstattung zu betreiben und nicht einseitig ganz offensichtlich für ihre Partei Werbung zu machen. Wenn man z.B. Frau Wille vom SF1 zu hört, bekommt man das Gefühl, dass Sie uns allen am liebsten einer Gehirnwäsche unterziehen würde, so extrem und persönlich sind ihre Berichterstattungen.
Auch von der verkrüppelten Bundesratskampagne des schweizerischen Gewerkschaftsbundes sind Sie verschont worden. Weshalb wohl? Das Betrügerische an der ganzen Kampagne war jedoch, dass man diese Plakate oder Postkarten gar nie gesehen hat. Gemäss internen Recherchen hätte diese Kampagne ca. 1 Million Franken gekostet. Bis heute sind jedoch nicht nur annähernd solche Beträge bezahlt worden. Das Schweizer Fernsehen hat uns jedoch Tage lang damit belästigt und für Ihre Partei und Ihre Genossen gratis Werbung gemacht. Ein klarer Verstoss gegen das Gesetz und ein Betrug am Gebührenzahler.
In Ihren Kreisen wird auch gerne über die rechtsextreme Szene hergezogen, dass aber gerade die Gewerkschaft sehr gute Beziehungen zu linksextremen Gruppen unterhält, wird einfach totgeschwiegen.
Frau Bundespräsidentin, gehen Sie auf das Rütli und singen Sie dort Ihre Lieder – doch bitte ohne irgend jemanden dafür in die Pflicht zu nehmen oder verantwortlich zu machen.
Es grüsst Sie
walter ostermeier, bühlweg 5, 9479 oberschan
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